Erst töten, dann fragen

Mit einem gefrorenen Grienen nahm der Kellner Ps vollen Teller, deutete eine Verneigung an und trottete in Richtung Küche.
„Tut mir leid, dass du das mitansehen musstest“, meinte P zu Mara, die ihm gegenüber saß und schweigend in ihrem Lachs herumstocherte. „Manchmal muss man sich behaupten.“ Über Ps Nase verlief eine tiefe Furche, direkt vom unteren Rand des linken Nasenflügels bis zum inneren rechten Augenwinkel. Die gräulich lilafarbene Linie hatte P, wie er nie müde wurde zu erzählen, er von einem Angriff des Tigers erhalten. Neue Bekanntschaften ließen sich von dieser Geschichte immer fesseln; zum einen natürlich, weil Raubtierattacken als seltenes Ereignis grundsätzlich spannend waren, zum anderen, da jeder erfahren wollte, wie P zu so einer scheußlichen Narbe gekommen war. Die Neugier versiegte allerdings […] Weiterlesen