Beste Freunde bis zum Schluss

„Drew, schrei mich nicht so an!“, brüllte Jackie um einige Dezibel lauter als ihr Kumpel. „Fuck. Ich hab gedacht, du machst Witze.“ Die Dunkelhaarige stand vor der Badewanne, ihre Arme hingen schlaff herunter und sie fixierte auf den Inhalt der Emaillewanne. „Fuck, fuck, fuck!“, wiederholte sie, fassungslos vom Anblick der sich ihr bot. Sie legte schnaufend den Kopf in den Nacken, bevor sie weit leiser hinzufügte: „Weißt du, als ich dir gesagt habe, ich sei Tag und Nacht für dich da, habe ich echt nicht so eine verfickte Scheiße gemeint. Viel mehr …“ Sie zuckte mit den Schultern. „… Streit in der Beziehung oder irgend so einen Dreck.“
Drew hielt sich still, schaute betreten zu Boden und wartete, bis seine beste Freundin sich abreagiert hatte. „Etwas, das man über einem Bier diskutiert, mit einer Tafel Schokolade im Mund beweint und dann mit einem […] Weiterlesen

Ein ganz normaler Sonntag, oder: Gestorben wird ein anderes Mal

Eine halbe Stunde nachdem die Sonne aufgegangen war, fand ein Viereck aus Licht seinen Weg durch die Ritzen der Jalousie und fiel auf den Vinyl-Fußboden der Einbauküche. Es war Sonntag und ich hatte so lange geschlafen, dass nun meine Gelenke vom Herumliegen schmerzten und mein Kopf sich so anfühlte, als wäre er versehentlich in der Mikrowelle gelandet. Mit einer theatralischen Grimasse, die sowieso niemand sehen würde, trank ich mein Vitaminwasser in großen Schlucken aus und spülte den widerlichen Geschmack nach salziger Orange mit dem frisch aufgebrühten Kaffee weg – was man nicht alles tat um dem Zerfall des eigenen Körpers entgegenzuwirken und das obwohl ich jeden Tag mit verklärt romantischen Suizidgedanken die unerträgliche Leichtigkeit des Seins zu verringern versuche. Als […] Weiterlesen