Über schwierige Worte und wer sie versteht

Karl Hubert von Zausenstein hockte zusammen mit Herr Herbert auf einer hellblauen Decke und zählte an seinen Fingern die Anzahl Spinnweben ab, die er von seinem Platz im Halbdunkel ausmachen konnte. Wie üblich glaubte seine Mutter, er höre sie nicht, meinte, sein Verstand sei ohnehin unfähig, die Situation zu erfassen. Sie täuschte sich, denn Karl Hubert Zausenstein hatte keinerlei Zweifel daran, was im Wohnzimmer vor sich ging.
Sein Stofftier unter den Armen hochhebend deutete er auf eine besonders fette Spinne und gerade als er Herberts Knopfnase unsanft gegen den ausgetrockneten Achtbeiner stieß, donnerte es hinter der Wand: „Nein! Wie konnte er mir das antun?!“
Herbert das Murmeltier fand das alles gar nicht so tragisch, aber Herberts […] Weiterlesen

Ende Gelände

Mit einem außerordentlich dramatischen Seufzen sah er sich im Rangun International Airport um und wischte sich mit seinem braungebrannten Unterarm über die Stirn. Er fragte sich, ob es nicht besser gewesen wäre, während der Regenzeit nach Myanmar zu reisen, denn die Hitze war beinahe unerträglich. Doch das wäre nicht mehr lange wichtig, in weniger als einer Stunde würde er in einem klimatisierten Airbus sitzen, die Beine strecken und darauf warten können, die Trümmer des Desasters zusammenzusuchen. Alles, was er dabei hatte, war das Ticket für seinen Rückflug und eine beinahe leere Brieftasche.
Es war nicht einmal ein halbes Jahr her, als er am Schiffsbug des alten Frachters an der Reling gestanden hatte, den frischen Meerwind im Gesicht. Vor ihm war ein neues Leben […] Weiterlesen