Anwaltskammer

Herr Hauenstein lehnte lässig an einer der Säulen, die den Zugang zum Amtsgericht flankierten. Er nahm einen tiefen Zug von seiner filterlosen Zigarette und schnippte sie dann achtlos auf die über Jahrzehnte abgelatschten Granitstufen. Mit einem halbherzigen Bad-Boy-Grinsen legte der junge Anwalt die Sonnenbrille (deren Nutzen unter der winterlichen Nebeldecke mehr als nur ein bisschen zweifelhaft war) aus und steckte sie in die Tasche seines Armani-Anzugs, ehe er durch das eindrückliche Portal ins Gebäudeinnere trat.
„Na, schön brav Abgase geschnüffelt?“, frotzelte ihn die Staatsanwältin, Frau Wichterich. Sie war in etwa in seinem Alter, genauso arrogant, ja, gar genauso gutaussehend wie er. Da sie beide Singles waren, welche ihre gesamte Energie in ihre hoffentlich bald steilen […] Weiterlesen