Hybris

Ich starre in diese tiefe, alles verschlingende Dunkelheit des mannshohen Abflussrohres, durch das bei jedem Unwetter die Wassermaßen, die das Kanalsystem der sonst so trockenen Stadt fluten würden, weg befördert wurden. Unsere Schritte hallen auf dem noch leicht feuchten Boden und die Lichtkegel unserer Taschenlampen tanzen über den mit Graffiti beschmierten Beton. Jedes Mal, wenn ich eines der gesprayten Gang-Tags sehe, muss ich an Hunde denken, die ihr Revier markieren, das hier ist einfach die für Menschen lesbare Form des Urinierens.
„Scheißloch“, zischt Kruger hinter mir, als er beinahe auf einem durchweichten, pampigen Karton ausgerutscht wäre, den die letzte Überschwemmung hier liegengelassen hat. Vielleicht hat darin mal ein Penner gewohnt, wenn es nicht regnete, hausten viele hier […] Weiterlesen