Im Garten Erden

Autorin: Sarah
Setting: Garten
Clues: Trompete, Mischsalat, Wissen, Stein, Schreibtisch

Diese Kurzgeschichte erscheint im Rahmen der fünften Clue Writing Challenge.

„Ach, hast du gewusst, Tante Frieda ist umgezogen. Sie wohnt jetzt in …“ Rasch blende ich die Diskussion meiner beiden Neffen aus um mich wieder meinem Mischsalat zu widmen, nebst den Kartoffelchips das einzige vegetarische Nahrungsmittel an dieser Familien-Grillparty. Ich habe noch nie ganz verstanden, was es damit auf sich hat, dass meine ganze, grosse Verwandtschaft im Wissen darum, wie sehr sie einander auf den Keks gehen, […] Weiterlesen

Auf Abwegen

Autorin: Rahel
Setting: Schacht
Clues: Minze, Stein, Wissensdurst, Nebelschwaden, Wortlosigkeit

„Durchgeknallt, das bist du!“, schimpfte Heinz mit seiner Liebsten. „Ehrlich, Gudrun. Das ist schwachsinnig.“ Die Angesprochene zuckte mit den Schultern, zog Schnodder die Nase hoch, ehe sie sich entspannt an die bröckelige Wand lehnte und meinte: „I wo, so schlimm ist das alles gar nicht.“ Dann beugte sie sich ein wenig vor, um ihre Stützstrümpfe zurechtzuzupfen und tippelte vorsichtig weiter den Schacht hinunter. Heinz folgte ihr mit einem knappen Meter Abstand, hielt dabei seine Rechte so ausgestreckt, dass er sie auffangen könnte, sollte sie stürzen.[…] Weiterlesen

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Vampir, hungrig, sucht …

Autorin: Sarah
Setting: Krankenhaus
Clues: Parmesan, Gibbon, Labello, Kartenspiel, Steuererklärung

„Als Vampir hat man es nicht immer leicht. Davon hört oder liest man nichts, nein. Entweder werden wir als blutrünstige Monster dargestellt, vielleicht als kitschige Romantik-Fantasie. Ob ein Vampir seine Steuererklärung ausfüllt, aufs Klo geht und Pakete auf die Post bringt, ja, das will keiner wissen. Ehrlich, in einer Gesellschaft, in der man uns bloss auf Stereotypen reduziert, läuft einiges schief.“
Ich lege den Stift beiseite, denn ich kann schlecht ewig hier im Krankenhaus im Wartebereich herumlungern, ansonsten erwecke ich Verdacht. Mein Tagebuch muss sich […] Weiterlesen

Gaststory | Kalte Erkenntnis

Autorin: Marie Wigand
Setting: Wiener Kaffeehaus
Clues: Mund, Bestrahlung, Kältewelle, Beleidigung, Simulation

Lena fror. Sie drehte am Regler für die Klimaanlage. Eine Kältewelle war im Oktober über Österreich hereingebrochen. Dunkelheit umgab Lenas Auto. Sie gab mehr Gas. Die Autobahn war wie leergefegt. Es war schon geraume Zeit her, seit sie ein anderes Auto gesehen hatte. Mit einem Blick auf ihr Navigationsgerät stellte Lena fest, dass es bereits 20 Uhr war. Die aktuelle Ankunftszeit betrug 23:31 Uhr. Obwohl es im Auto allmählich wärmer wurde, fröstelte Lena. Die seltsame Kälte, die sich seit dem Streit mit der Mutter in ihrem Inneren ausgebreitet hatte, wurde stetig schlimmer. […] Weiterlesen

Special zum fünfjährigen Jubiläum | Fünf Jahre und ein Weltuntergang

Autorin: Sarah
Titelvorgabe: Fünf Jahre und […]

Diese Geschichte spielt in einem erweiterten Universum von Sarah. Links zu weiteren Episoden findet ihr hier.

„Fünf Jahre ist es her, seit es seinen Anfang genommen hat. Die glühende Sonne ist auf- und untergegangen, der Wüstensand steckt jeden Tag in meinen verfluchten Schuhen und Jahreszeiten verwandelten sich in eine Erinnerung aus einer weit entfernten Epoche meines Lebens. Ich hätte mir einen schöneren Ort als diese Staubschüssel für mein Exil aussuchen sollen, doch dazu ist es zu spät, ich bin hier gestrandet.“[…] Weiterlesen

Special zum fünfjährigen Jubiläum | Fünf Jahre und der Himmel

Autorin: Rahel
Titelvorgabe: Fünf Jahre und […]

Es war an einem schwülen Nachmittag gewesen, einem typischen Spätsommertag in den Südstaaten, als Grampa mir das grösste Geschenk der Welt gemacht hatte. Mein fünfter Geburtstag, um genau zu sein. Wann immer ich mich daran erinnere, schmecke ich die selbstgemachte Orangenlimonade meiner Mutter, zuckersüss klebt sie an meinen Zähnen und der einzigartig schlammige Geruch der Mangrovenwälder steigt mir in die Nase. Der Morgen hatte früh begonnen, es war ein Sonntag und wir waren wie üblich zur Messe gegangen …

Die Mutter trägt ihr Kleid in Vergissmeinnichtblau, es ist ihr zweitschönstes, findet ihr Sohn […] Weiterlesen

Der Ethos des H. Heinrich Häberli

Autorin: Rahel
Setting: Büro des Chefredaktors
Clues: Nanotubes, Korpulenz, Metaebene, Durst, Knopfzelle

Obwohl sich diese Kurzgeschichte an einem realen Handlungsort abspielt, sind die Geschehnisse und die handelnden Personen frei erfunden.
Schlagzeilen wie „Die Gewinner des Jungschützenfestes“ oder „Diebstahl in der Dorfbibliothek“ säumten H. Heinrich Häberlis Karriere, als wären sie leuchtende Pfeiler seiner journalistischen Bestrebungen. Man musste bloss die Metaebene dieser mondän erscheinenden Artikel beachten, was selbstverständlich kaum einer tat. Für die Neue Zürcher Zeitung hatte er als Jugendlicher schreiben wollen, später begnügte er sich mit überschaubareren Zielen, wäre froh […] Weiterlesen

Gaststory | Fortschritt

Autor: Jürgen Albers
Setting: Treppenhaus
Clues: Verwendungszweck, Blumenladen, Mortalitätsrate, Heftklammer, Besen

Ein nicht enden wollender Strom. Widerlich. Ann-Christin versuchte, das ekelhafte Gefühl auszublenden. Zum hundertsten Mal heute griff sie hinter sich und zog den nassgeschwitzten Seidenstoff von ihrem Rücken. Warum kam denn dieser verdammte Fahrstuhl wieder nicht? Ann-Christins Faust hämmerte auf die altertümliche Bedienungstafel. So alt wie das Haus. Einhundert Jahre. Der Rufknopf des Fahrstuhls steckte in der Fratze eines Fauns. Jugendstil. Seltsam für diesen Verwendungszweck. Seltsam wie das ganze Haus.[…] Weiterlesen

Extreme Zeiten, extreme Massnahmen

Autorin: Sarah
Setting: Schönheitssalon
Clues: Lohnausweis, Service, Newsletter, Wissen, Verfolgungswahn

Bis heute wusste ich lediglich von Erzählungen aus meinem Bekanntenkreis, was in einem Schönheitssalon mit einem getan wird. Das ist nicht meine Szene, ausserdem schätze ich es nicht sonderlich angefasst zu werden, also brauche ich einen unglaublich guten Grund, da überhaupt hinzugehen. Die Stylistin, die sich als Sonja vorgestellt hat, weist mir einen Platz auf einem der an Siebziger-Jahre-UFOs anmutenden Sessel zu, den ich folgsam einnehme. Die kaltweissen Wellen der Leuchtstofflampen traktieren meine Netzhaut, das Geschwätz der anderen Frauen […] Weiterlesen