Notiz an Hans

Autorin: Rahel
Setting: Landschaftsgärtnereiladen
Clues: Kriminologiejunkie, Politologe, Nerd, Blümchen, Rollmops

Das ist Hans. Er ist schlecht zu sehen, einerseits weil er sich hinter dem Yucca-Palmen-Regal versteckt und andererseits, weil meine Zeichenkünste nimmer ausreichen, eine ordentliche Skizze von Hans in meinen zerfledderten Notizblock zu kritzeln. Nun gut, Hans lässt sich ja auch beschreiben, also versuche ich das: Knapp eins neunzig hoch, kurzgeschorenes, haselnussbraunes Haar, passend zu den moosgrünen Augen, sehnige Gestalt, sportlich, dennoch nicht übermässig durchtrainiert, volle Lippen, welche sich pink gegen die leicht gebräunte Haut abheben Weiterlesen

Patreon-Bonus: Geordnete Welt

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Entspann dich

Rahel - resizedAutorin: Rahel
Setting: In der Dunkelheit
Clues: Morgenstern, Steinchen, Freudentaumel, Maikäfer, Obsession

Dreizehn Minuten nach Mitternacht. Das Plätschern des Gewitters sickert durch die doppelt verglasten Fenster des Schlafzimmers, der veraltete Radiator surrt wie ein Schwarm Maikäfer. Ich sitze in der Dunkelheit, irgendwo zwischen Schlummer und Wachzustand und drohe, zu einem jämmerlichen Klischee zu verkommen. Es zieht mich aus dem Bett, zurück an den Computer wo so manche Aufgabe auf mich wartet. Aber mir schwant, dass meine Erschöpfung es verdient ernstgenommen, statt unter Arbeit begraben zu werden. Nur heute, ausnahmsweise, will Weiterlesen

Der Wunsch

Rahel - resizedAutorin: Rahel
Titelvorgabe: Der Wunsch

?☕ Für Sarah ☕?

Mir gegenüber sitzt du, stumm ein vegetarisches Schnitzel in Stücke schneidend, während du deine Aufmerksamkeit zwischen mir und dem abendlichen Fernsehprogramm halbierst. Dich beim Essen zu beobachten hat für meinen Spatzenappetit Gewöhnungszeit benötigt. Du isst so viel wie die Raupen, vor denen du dich gruselst und ich bin alleine vom Zusehen übersättigt; wohin all die Kalorien verschwinden, ist mir bis heute unklar. Dieser Umstand ist in tausend kleinen Insiderwitzen verewigt, denn du fürchtest meinen Humor auf deine Kosten nicht, vertraust Weiterlesen

Hoffnung. Eines Tages

Rahel - resizedAutorin: Rahel
Setting: Messegelände
Clues: Küsschen, Pfeffermühle, Schneefall, Absurdität, Betamax-Kassette

Vier Uhr dreissig. Es ist kalt in der Halle E4 und Emma friert erbärmlich, trotz dem dicken Faserpelzpullover. Es stört sie nicht, genauso wie es sie stört. Seit Jahren fühlt sie sich hoffnungslos. Es ist nicht die Art von Hoffnungslosigkeit, die schmerzvoll schreit, auch nicht die leise, welche stumm und alleine leidet. Emmas Hoffnungslosigkeit ist zu einem unbegehbaren, intrinsischen Teil ihrer selbst gewachsen, sie ist weder versteckt, noch komplett sichtbar. Anders als die ausgestorbene Halle E4 ist Emmas Depression nicht kalt auch nicht warm, sie ist neutral, normal. Sie ist einfach da, Weiterlesen

Exempel

Rahel - resizedAutorin: Rahel
Titelvorgabe: Exempel

Hi, ich bin Gunter. Naja, mein richtiger Name ist Flufferpuff, aber mein neues Rudel nennt mich Gunter, also heisse ich jetzt einfach Gunter. Ich bin übrigens ein Hund, das ist kein Geheimnis. Man hat mir schon oft gesagt, diese Hundigkeit sei deutlich an meinen Schlappohren und der grossen Nase zu erkennen. Das verwundert mich, es haben schliesslich nicht alle Hunde Schlappohren, einige tragen spitze oder runde. Ja, ich habe sogar einen Hund gekannt, der überhaupt keine Ohren hatte. Das hat mich damals ganz schön irritiert, zuerst dachte ich, er könnte vielleicht eine Schildkröte sein. Vermutlich war der inkognito unterwegs, zu blöd, dass er seinen eindeutig hundeartigen Geruch nicht überdeckt hatte. Weiterlesen

Manchmal muss man einfach Purzelbäume schlagen

Sarah - resizedAutorin: Sarah
Titelvorgabe: Manchmal muss man einfach Purzelbäume schlagen

„Na, der Idiot hat’s wenigstens hinter sich“, murmle ich und unterdrücke den sarkastischen Kommentar, den ich zu gerne meinen Mitreisenden mitgeteilt hätte, als die Durchsage „Personenunfall …“ erklingt. Meine Fresse! Ich weiss schon genau, was jetzt kommt: Warten im Schneefall, Bahnersatzbus, rappelvoll jammernder Vollpfosten, die keine Ahnung vom Betriebsablauf haben und sich darüber auslassen, dass die Bahn keine Magier einstellt. Oder die Polizei nicht schneller den Glibber von den Schienen kratzt und eintütet. Hauptsache, man hat was zu wettern, so wie der lautstark nölende Vollidiot (Sorte Marken-Sportjacke und Weiterlesen

Auf der Mauer, auf der Lauer – das postikonische Vampirtagebuch

Autorin: Sarah
Setting: Friedhofmauer
Clues: Krimi, Komödie, Horror, Romantik, Novelle

Eigentlich hätten wir uns kaum bewegen, sicherlich nicht sprechen dürfen, doch es fiel mir unglaublich schwer. Das hier war spannender als jeder Krimi, den man für fünf Euro in der Wühlkiste fand, der wohl einzige Lesestoff, mit dem ich mir die Zeit vertrieb. Die Friedhofsmauer, auf der wir ausgestreckt und miteinander zugewandten Gesichtern lagen, war kalt, immerhin war es schon fast Halloween. Ich ergriff seine eisigen Hände, sah tief in seine wundersam blauen Augen, in denen ich mich sowas von komplett verlieren könnte… Ich war verliebt, mit Leib und Seele. Wieso nur konnte ich dieses intensive Blau im Zwielicht so gut erspähen, Weiterlesen

Nein. Ja. Unbedingt!

RahelAutorin: Rahel
Setting: Wunschtraum
Clues: Bilderrahmen, Feuerlöscher, Zimmerpflanzendünger, Kohle, Monitorkabel

Nein.

Eintrag Nr. 1 – 29. Mai
Liebes Tagebuch,
findest du es nicht auch albern, wenn Leute ihre Tagebucheinträge mit den Worten „Liebes Tagebuch“ beginnen? Ganz generell scheint es mir durch und durch albern, überhaupt ein Tagebuch zu führen. Natürlich kann es ganz hilfreich sein, wenn man seine aktuelle Situation rekapitulieren oder analysieren möchte. Vielleicht ist es auch ganz nützlich, um Weiterlesen

Mens agitat Molem – Bleib nicht wach

RahelAutorin: Rahel
Bildvorgabe: Unter der Story eingefügt
Diese Story ist auch als Podcast-Episode erschienen.

Es ist Spätsommer und bitterkalt. Ich scherze nicht, denn nur unter Bemühung all meiner Willenskraft kann ich meinen Körper dazu bringen, nicht gewaltsam zu erzittern. Der Schmerz lässt nach, viel langsamer als der Sommer und ich bin wieder einmal an diesem Punkt angelangt, der verschwommen zwischen Realität und Fantasie existiert. Ich ahne, dass ich diesen Moment schon oft erlebt habe. Mehr als eine vage Erinnerung an das, was ich jetzt empfinde, schon tausendmal empfunden habe, bleibt mir aber nicht. Die Kälte, die mir in den Knochen sitzt, beginnt endlich zu wirken, reisst mich Stück für Stück aus dem Weiterlesen