Sandläufer

Es war später Nachmittag, die Sonne wollte hinter dem Horizont verschwinden, als zwei Liebende vorfreudig durch den herausfordernden Untergrund wateten. Jedem ihrer Schritte folgte ein amüsantes Rutschen nach unten, so spaßig hatte sich Sam den Aufstieg nicht vorgestellt.
„Nur noch ein bisschen“, redete er seiner Verlobten gut zu. „Bald sind wir da.“
„Wie bald?“ Handvoll um Handvoll schaufelte er den Sand, genoss das Gefühl, wie er durch seine Finger rann, ohne Halt zu finden. Der perfekte Sternenhimmel wartete auf sie, zuvor das aufregende Spiel im Sandkasten der Welt, den Blick auf die eindrückliche Aussicht gerichtet. Die Beziehung zu ihr war nicht minder schön, ihr Abenteuer auf dem Weg auf die Sanddüne war lediglich das letzte in einer ganzen Reihe aus waghalsigen Ausflügen.
„Schau, gleich haben wir’s“, rief Sam fröhlich und trat sogleich rascher gegen den kitzelnden Boden, kam ins Taumeln und glitt an ihr vorbei. „Mist!“
„Wollen wir nicht zurück ins Camp? Mein Handy sollte ans Netzteil.“ Ein typischer Vorschlag von ihr, wahrscheinlich verkniff Laura sich einen ihrer mürrischen Kommentare.
„Quatsch. Wenn wir es mal geschafft haben, wird das ein Erlebnis.“ Ihre Begeisterung liess zu wünschen übrig, ebenso wie ihr Sinn für Romantik. „Komm, das willst du nicht verpassen.“ Zumindest glänzte sie mit pragmatischen Dingen.
Schnaufend pausierte sie und ihr Ausdruck verriet, wie wenig Laura von seinem Sanddünenpicknick hielt. „Okay. Aber morgen“, ihr Tonfall wurde nörgelig, „morgen gehen wir shoppen.“ Das gefiel ihm keineswegs, damit leben konnte Sam trotzdem.
„Von mir aus“, erwiderte er sich in sein Schicksal fügend. Obschon es ihn langweilte, unter zahlreiche Touristen gemischt über einen Markt zu schlurfen und Plunder zu kaufen.

Es war später Nachmittag, die Sonne wollte hinter dem Horizont in ihr Nachtlager verschwinden, als zwei Liebende ächzend gegen den tückischen Untergrund kämpften. Jedem ihrer Schritte folgte der Rutsch nach unten, so zähflüssig hatte sich Laura den Aufstieg nicht vorgestellt.
„Nur noch ein bisschen“, redete der Verlobte ihr gut zu. „Bald sind wir da.“
„Wie bald?“ Handvoll um Handvoll schaufelte Laura den Sand im kläglichen Scheitern, etwas Festes zu fassen zu bekommen, um sich hochzuziehen. Den perfekten Sternenhimmel hatte Sam ihr versprochen, stattdessen schluckte sie Dreck und rieb sich die brennenden Augen. Die Beziehung zu ihm war schon immer von Mühsal durchzogen gewesen, der Weg auf die Sanddüne war lediglich die letzte in einer ganzen Reihe aus Plakereien.
„Schau, gleich haben wir’s“, rief Sam heiter und strampelte sogleich rascher gegen den lockeren Boden, kam ins Taumeln und purzelte an ihr vorbei. „Mist!“
„Wollen wir nicht zurück ins Camp? Mein Handy sollte ans Netzteil.“ Ein vernünftiger Vorschlag, der wie üblich auf taube Ohren traf.
„Quatsch. Wenn wir es mal geschafft haben, wird das ein Erlebnis.“ Sein Enthusiasmus war so ungebremst wie seine romantische Ader. „Komm, das willst du nicht verpassen.“ Der Pragmatismus hingegen fehlte ihm gänzlich.
Seufzend hielt sie inne und fügte sich schliesslich in ihr Schicksal. „Okay. Aber morgen“, fuhr sie mit fester Stimme fort, „morgen gehen wir shoppen.“ Das gefiel ihm keineswegs, damit leben würde er trotzdem müssen, denn Laura wollte wenigstens eine Kleinigkeit für sich von diesem Urlaub mit heim nehmen. Das und natürlich die Mitbringsel, welche sie der Mama und den Mitarbeiterinnen schenken wollte.

Die Dunkelheit war urplötzlich hereingebrochen, mit ihr tauchten die Sterne auf. „Hey, reichst du mir bitte das Notizbuch?“
„Klar“, schnaubte Laura mittlerweile völlig genervt, woraufhin Sam ihr einen Kiesel unter die Nase hielt. „Da“, flötete er ihre Laune weiter vermiesend.
„Was soll ich damit und wieso brauchst du überhaupt ein Notizbuch?“ Es war passiert, die Stimmung war gekippt, angespannt bis zum Riss. Das kam vor, in letzter Zeit so oft, dass beide sich im Stillen fragten, wie lange das Band zwischen ihnen noch halten konnte.
„Na, du magst Dekosteine, der hier passt super dazu“, versuchte Sam sein Bestes. „Und in dem Heft habe ich mir Informationen zu den Sternbildern notiert. Als Anfänger der Astronomie muss ich schummeln.“
„Und wozu willst du jetzt Sternbilder anglotzen, ich dachte, wir wollen hier auf diesem Sandhaufen was essen und danach endlich ins Camp …“
„Weil“, fiel er ihr ins Wort. „Weil, wenn ich nicht übe, wie soll ich dann unserem Kind zum Einschlafen von den Sternen erzählen?“ Den Kiesel fest umschliessend, lehnte sie sich vor und küsste ihn unter dem versprochenen Sternenhimmel. In gewisser Weise war ihre Verbindung eine Sanddüne. Sobald sie glaubten, den Halt endgültig verloren zu haben, kamen sie ein Stück voran.

Autorin: Rahel
Setting: Sanddüne
Clues: Netzteil, Anfänger, Notizbuch, Dekosteine, Anfänger, Sternenhimmel
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