Das Problem mit der Weltherrschaft

Abseits des malerischen Bergdorfs staksen zwei Schreiberlinge durch den Wald, in dem sie so manche Redaktionssitzung abgehalten haben. Nachdem diverse Dringlichkeiten wie anstehende Emails an einen Verlag, ein neues Schema für das Lektorat und ihre jeweiligen Lieblingskaffeesorten diskutiert worden sind, will die Blondere erfahren: „Nun, berichte von deinen Neuigkeiten, irgendwelche Fortschritte mit der Forschung?“ Statt zu antworten betrachtet die Angesprochene wie hypnotisiert die vor ihnen hin- und her wippenden Hundehoden. Diese schwarzen, fast haarlosen Kugeln, welche sich vom ansonsten weiß-braun-gefleckten Beaglefell hervorheben, boten schon oft Stoff für die kindischen Albereien in der Clue Writing Redaktion.
„Klöten oder Anus?“ Lenkt sie vom Thema ab und formuliert die Frage […] Weiterlesen

Patreon-Bonus | Omas Welt

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Betty bereut alles

„Betty, hey“, wurde diese trällernd begrüßt, da tauchte Marianne auch schon hinter einem Stapel Stoffrollen auf und winkte ihrer Angestellten zu. „Du bist früh dran.“
Betty hatte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut im Stoffladen eingelebt. Sicher, dieser Job war keineswegs das, was sie sich als Teenager für ihre Zukunft vorgestellt hatte, selbst als desillusionierte Mittdreißigerin hatte sie von einer magischen Wendung geträumt, die sie von der Hausfrau zur gefeierten Künstlerin oder Vorreiterin auf dem Feld der Quantenmechanik verwandeln könnte. Natürlich war dieses Wunder nicht geschehen und im Alter von achtundvierzig Jahren schloss sie langsam ihren Frieden damit.
„Ja, zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf“, erklärte sie ihr […] Weiterlesen

Über schwierige Worte und wer sie versteht

Karl Hubert von Zausenstein hockte zusammen mit Herr Herbert auf einer hellblauen Decke und zählte an seinen Fingern die Anzahl Spinnweben ab, die er von seinem Platz im Halbdunkel ausmachen konnte. Wie üblich glaubte seine Mutter, er höre sie nicht, meinte, sein Verstand sei ohnehin unfähig, die Situation zu erfassen. Sie täuschte sich, denn Karl Hubert Zausenstein hatte keinerlei Zweifel daran, was im Wohnzimmer vor sich ging.
Sein Stofftier unter den Armen hochhebend deutete er auf eine besonders fette Spinne und gerade als er Herberts Knopfnase unsanft gegen den ausgetrockneten Achtbeiner stieß, donnerte es hinter der Wand: „Nein! Wie konnte er mir das antun?!“
Herbert das Murmeltier fand das alles gar nicht so tragisch, aber Herberts […] Weiterlesen

Erdbeeren gegen die Menschlichkeit

„Kiki, hasn‘ Bier?“, plärrt deren Bruder in einer Lautstärke, die bestenfalls passend für ein volles Fußballstadion wäre. „N‘ Helles, wenn’sn jeht.“
„Kommt gleich“, seufzt Sam, ihren verhassten Erstnamen ignorierend und Dave, ihr frisch Angetrauter, springt hoch, als sie Anstalten macht, das bestellte Getränk zu holen. Er hat den Rüpel vor fünf Tagen am Sterbebett seiner Schwiegermutter kennengelernt. Aber obwohl er ihn erst seit Kurzem kennt, hat er akzeptiert, dass es sinnlos ist, mit ihm zu argumentieren, also übernimmt er den Part des Handlangers, um Sam wenigstens ein bisschen zu entlasten.
Man sagt ja, in jeder Familie gäbe es ein schwarzes Schaf. Nun, im Fall von Kiki-Samantha Kochs Sippe, war das anders, sie war im Grunde das einzige weiße Schaf in einer Herde aus Dummköpfen, Taugenichtsen und […] Weiterlesen

Patreon-Bonus | Plopp

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Passend gefaltet

Der Trockner piepst und spuckt aus, was ich ihm vor exakt einer Stunde und vierundzwanzig Minuten gefüttert habe:

  • Ein dunkelgraumeliertes T-Shirt, Größe Medium
  • Zwei royalblaue T-Shirts, Größe Medium
  • Ein navyblaues T-Shirt, Größe Large
  • Sechs schwarze T-Shirts, fünf Größe Medium, eines Large
  • Zehn Paar schwarze Sportsocken mit hellgrauem Bündchen, Größe Vierundvierzig bis Sechsundvierzig
  • Zehn schwarze Unterhosen, Slips mit halblangem Bein, mit jeweils zwei hellblauen Streifen am Bund, Größe Large
  • Vier Paar dunkelblaue Levis Jeans, klassischer Schnitt, Größe vierundfünfzig
  • Zwei Paar schwarze Chinos mit weißem Bund innen, Größe vierundfünfzig
  • Fünf dunkelgraue Frotteehandtücher
  • Zehn dunkelgraue Waschlappen
  • Ein blaukariertes Badehandtuch
  • Ein bordeauxrotes Tischtuch

[…] Weiterlesen

Ungebremst

Warnung: Diese Kurzgeschichte enthält Szenen, die auf einige Leser beunruhigend wirken könnten. Mehr zu unseren Warnungen sowie wann und weshalb wir sie anwenden, erfahrt ihr in unseren FAQ.

Ich werde dir beim Sterben zusehen, deinen letzten Atemzug auskosten, ihn zelebrieren wie früher das Weihnachtsfest an Omas großem Küchentisch. Wie ich dich hasse, dich bis zum kleinsten Rest deines Seins verabscheue, das kannst du dir unmöglich vorstellen. Irgendwie ist es ja lustig, grotesk sozusagen, zumindest breche ich beim Gedanken daran, was uns verbindet, hin und wieder in hysterisches Gelächter aus. Für mich hat alles hier auf dieser Lichtung begonnen …

„Fred“, ruft sie aufgebracht. „Fred, komm her!“ Vor wenigen Minuten war […] Weiterlesen

Zurückgelassen

Exakt um null vier neunundzwanzig Uhr setzt sich Kristof auf und verweilt eine Minute am Bettrand, bis der Wecker den Startschuss zum neuen Tag gibt. Zackig steht er auf, schüttelt Kissen und Decken aus und richtet sein Nachtlager proper her. Dann zieht er sich bis auf die Unterhose aus, legt den perfekt gefalteten Pyjama auf seinen Platz und geht auf die Veranda, wo er mit seiner allmorgendlichen Trainingsroutine beginnt. Mit jeder Woche knarren seine Knochen lauter, seine Muskeln lassen stetig weiter nach. Doch obschon von seiner einstigen Form nur noch wenig übrig ist, schafft er gut vierzig Liegestützen, über zwanzig Kniebeugen und sieben Klimmzüge, schließlich ist ihm seine körperliche Fitness wichtig. Die gesättigt warme Luft hilft seinen Gelenken, hält sie zumindest einigermaßen geschmeidig, aber das ist nicht der Grund, weshalb er tief im […] Weiterlesen

Organe kosten nicht so viel, wie man denkt

Kim sah sich gerne als Gehirn der Operation, immerhin war sie die Chirurgin und als solche stand ihr, wie sie fand, Kevins Respekt zu. Dieser war nämlich, und das sollte man sich nicht schönreden, lediglich Anästhesist, ein überbezahlter Junkie. Leider war Kims Selbstbewusstsein in den letzten Monaten arge ins Wanken gekommen, wobei sie das selbstverständlich nie und nimmer vor ihrem Komplizen zugeben würde. Sei es wie es sei, auf jeden Fall saß die strebsame Frau auf der Gefriertruhe und trank in großen Schlucken ihr aus Japan importiertes Bier.
„Verkackte Scheiße!“, pfiff sie in den Flaschenhals. „Rob ist schon wieder zu spät. Verkackter, verschissener Mist!“
„Deine Flüche sind pleonastisch“, stellte Kevin trocken fest, gönnte sich ein Gläschen seines spritzigen Weißweins und schüttelte den Kopf. Weshalb der […] Weiterlesen