Blinzle nicht und lauf um dein Leben

Ich hasse es, wenn meine Schuhe nicht gleich fest gebunden sind, genauso wie ich es untertäglich finde, wenn mein Zopf nicht exakt in der Mitte meines Hinterkopfs liegt oder wenn die Anzahl Erdnüsse in meiner Snackschale ungerade ist. Ich bleibe stehen und mache mir selbst einige Sekunden vor, ich würde nur meine mittlerweile aufgewärmten Muskeln dehnen wollen, ehe ich meinen linken Schnürsenkel löse und neu verknote, dieses Mal richtig. Meine Puls-Uhr warnt mich mit ihrem immer schneller werdenden Piepsen davor, mich zu lange von meinen absurden Zwängen aufhalten zu lassen und als das schrille Geräusch durch meine Kopfhörer endlich zu mir durchdringt, werde ich nervös. Manchmal komme ich mir vor wie der Pawlow‘sche Hund, so sehr war ich darauf trainiert, auf gewisse Reize zu reagieren und das nicht nur, wenn es um meine Puls-Uhr […] Weiterlesen

Bis später, oder: Wanderungen eines Pragmatikers

„Rufus“, hörte ich meine keuchende Stimme rufen und ich wusste, dass ein unbemerktes Lächeln über meine Lippen zuckte, als die Ohren des kleinen Beagles hochschnellten. „Nun komm schon“, sagte ich überflüssigerweise, denn mein treuer Gefährte hing schon an meinen Fersen, stets bereit mir mit Mut und der notwendigen Portion Dummheit überall hin zu folgen. Sein struppiges Fell war vom feinen Staub der dürren Büsche bedeckt, in denen er sich herumgetrieben hatte und er schnupperte aufgeweckt, immer auf der Suche nach etwas, das seine ungebändigte Neugier wecken würde.
Rechts, nur wenige Zentimeter neben meinen Füssen, prasselte Geröll den Steilhang hinunter und ließ mich unter der grellen Mittagssonne an Hagel denken. Auf der […] Weiterlesen