Extreme Zeiten, extreme Maßnahmen

Bis heute wusste ich lediglich von Erzählungen aus meinem Bekanntenkreis, was in einem Schönheitssalon mit einem getan wird. Das ist nicht meine Szene, außerdem schätze ich es nicht sonderlich angefasst zu werden, also brauche ich einen unglaublich guten Grund, da überhaupt hinzugehen. Die Stylistin, die sich als Sonja vorgestellt hat, weist mir einen Platz auf einem der an Siebziger-Jahre-UFOs anmutenden Sessel zu, den ich folgsam einnehme. Die kaltweißen Wellen der Leuchtstofflampen traktieren meine Netzhaut, das Geschwätz der anderen Frauen prasselt mit der Intensität eines Presslufthammer-Chors auf mich ein – wer verdammt nochmal tut sich sowas freiwillig an?
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Notiz an Hans

Das ist Hans. Er ist schlecht zu sehen, einerseits weil er sich hinter dem Yucca-Palmen-Regal versteckt und andererseits, weil meine Zeichenkünste nimmer ausreichen, eine ordentliche Skizze von Hans in meinen zerfledderten Notizblock zu kritzeln. Nun gut, Hans lässt sich ja auch beschreiben, also versuche ich das: Knapp eins neunzig hoch, kurzgeschorenes, haselnussbraunes Haar, passend zu den moosgrünen Augen, sehnige Gestalt, sportlich, dennoch nicht übermäßig durchtrainiert, volle Lippen, welche sich pink gegen die leicht gebräunte Haut abheben sowie einige sauber getrimmte Bartstoppeln. Anhand diesen Eckdaten könnte man annehmen, Hans wäre ein recht ansehnlicher Bursche, zumindest ein Durchschnittstyp mit den einen oder anderen äußerlichen Vorzügen. Deswegen wäre eine Skizze wesentlich besser geeignet, um Hans auf Papier […] Weiterlesen