S08E07 | Regen, Buttercreme und bäckermeisterliche Wunderwerke

Wir möchten euch herzlich zur siebten Episode der achten Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Regen, Buttercreme und bäckermeisterliche Wunderwerke“ von Sarah. Das starke Bedürfnis nach Butterzopf kann schneller in einem Krümel-Bombardement enden, als man denkt. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Flatulenzkonzert, Gartenharke, Epiphanie, Butterzopf“ und „Arhythmie“ vertextet und sie spielt am Setting „Vordach“. Die Sprecherin dieser Episode ist Inger Kurowiak. […] Weiterlesen

Schiffbruch für Anfänger

„Ich erinnere mich noch genau an das Post-It, das zuhause an meinem Bildschirm klebt“, lachte Klaus sarkastisch. „Poseidon-DVD ausleihen für Filmabend mit Anna.“
„Ja, jetzt hast du eine bessere Geschichte, die du ihr erzählen kannst“, entgegnete Brigitte und starrte für einige Zeit auf das weite Meer hinaus, nichts als Wellen unter einem strahlendblauen Himmel. Über ihrem zerrissenen Abendkleid trug sie die Jacke, welche Klaus ihr gegeben hatte, um ihre Arme gegen die unerbittliche Sonne zu schützen – sein Hemd war langärmlig. Schließlich erkundigte sie sich abwesend: „Wer ist diese Anna eigentlich?“
„Du weißt schon, Anna eben“, murmelte Klaus und schien eine Weile zu brauchen, bis er in seinem an ein Delirium grenzenden Zustand begriff: „Ach, Anna, genau.“ Für eine […] Weiterlesen

Regen, Buttercreme und bäckermeisterliche Wunderwerke

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Der Regen prasselte in so dicken Fäden vom Himmel, dass ich kaum meine Hand vor Augen sehen konnte und wirkte dabei wie ein Vorhang aus Buttercreme, so dicht und weißlich war seine vermeintlich leckere Konsistenz. Ich musste mich zurückhalten, mir nicht ein dickes Stück davon abbeißen zu wollen, immerhin war die Vorstellung mehr als nur ein wenig verlockend. Als Wesen, das aus Gründen der Naivität schirmlos durch die Stadt streunte, konnte ich mir keinen Kontakt, ganz egal welcher Art, mit dieser substantiellen, ja, scheinbar zu einem Block gepresst vom Himmel hinunterdonnernden Nässe leisten – dafür hatte ich zu viele Minuten Arbeit in meine Frisur gesteckt, nämlich […] Weiterlesen

Rien ne va plus oder: Was tun, wenn nichts mehr geht?

„Scheiße Martin, ich hasse das hier!“, protestierte Sam zum gefühlt tausendsten Mal, während er hinter seinem Kumpel auf und ab tigerte. „Können wir nicht endlich weiter?“ Martin saß vornübergebeugt am Roulette-Tisch und gaffte mit einem Blick auf die Kugel, der sagen zu sagen schien: „Komm schon, jetzt komm schon!“
„Tinu, ich meins ernst, lass uns endlich gehen“, versuchte Sam es abermals und verleitete den anderen zu einer fahrigen Handbewegung.
„Jetzt sei doch kein Spielverderber. Wir bleiben nur noch ein paar Durchgänge.“ Damit war die Angelegenheit für Martin erledigt und sein rothaariger Freund musste wohl oder übel einsehen, dass er es noch etwas länger in der sauerstoffangereicherten Luft dieser Spielhölle würde aushalten müssen. Sicher hatte er die Möglichkeit alleine weiterzuziehen, […] Weiterlesen

Wissen ist Macht | Konsequenzen

Dies ist der 5. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Wissen ist Macht“.

Charlene hatte immer eine große Klappe gehabt, doch diese Zeiten waren vorüber. Jetzt stand sie einfach nur da und betrachtete mit einem zufriedenen Lächeln die Auslagen in der Parfümerie, mit kindlicher Neugier, ganz so, als hätte sie noch nie zuvor etwas Derartiges gesehen. Seit sie vor etwa einem halben Jahr von der Insel zurückgekehrt war, war sie nicht mehr dieselbe Person wie zuvor. Sämtlicher Trotz, Widerstand, ja gar ihre ganze Sturheit waren von ihr gefallen, als hätte sie sich gehäutet und wäre dabei als neuer Mensch auferstanden. Immerhin hatte sie keine Probleme mit Zahnausfall, die mache der anderen Rückkehrer von ihrem angeblichen Erholungsurlaub zurückbehalten hatten. Ich […] Weiterlesen

Blinzle nicht und lauf um dein Leben

Ich hasse es, wenn meine Schuhe nicht gleich fest gebunden sind, genauso wie ich es untertäglich finde, wenn mein Zopf nicht exakt in der Mitte meines Hinterkopfs liegt oder wenn die Anzahl Erdnüsse in meiner Snackschale ungerade ist. Ich bleibe stehen und mache mir selbst einige Sekunden vor, ich würde nur meine mittlerweile aufgewärmten Muskeln dehnen wollen, ehe ich meinen linken Schnürsenkel löse und neu verknote, dieses Mal richtig. Meine Puls-Uhr warnt mich mit ihrem immer schneller werdenden Piepsen davor, mich zu lange von meinen absurden Zwängen aufhalten zu lassen und als das schrille Geräusch durch meine Kopfhörer endlich zu mir durchdringt, werde ich nervös. Manchmal komme ich mir vor wie der Pawlow‘sche Hund, so sehr war ich darauf trainiert, auf gewisse Reize zu reagieren und das nicht nur, wenn es um meine Puls-Uhr […] Weiterlesen