S10E18 | Aus dem Kopierraum kommen

Wir möchten euch herzlich zur achtzehnten Episode der zehnten Staffel des Hörgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüßen. Sie basiert auf der Story „Aus dem Kopierraum kommen“ von Rahel. Es ist Zeit, aus dem Kopierraum zu kommen und zu erfahren, wie unsere Freunde darauf reagieren. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Zimtschnecke, Desinteresse, Fernbedienung, Modernismus“ und „Fußpilz“ vertextet und sie spielt am Setting „Kopierraum“. Der Sprecher dieser Episode ist Michael Pietsch. […] Weiterlesen

Patreon-Bonus | Grüße aus dem Würfel

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Der Ethos des H. Heinrich Häberli

Obwohl sich diese Kurzgeschichte an einem realen Handlungsort abspielt, sind die Geschehnisse und die handelnden Personen frei erfunden.

Schlagzeilen wie „Die Gewinner des Jungschützenfestes“ oder „Diebstahl in der Dorfbibliothek“ säumten H. Heinrich Häberlis Karriere, als wären sie leuchtende Pfeiler seiner journalistischen Bestrebungen. Man musste bloß die Metaebene dieser mondän erscheinenden Artikel beachten, was selbstverständlich kaum einer tat. Für die Neue Zürcher Zeitung hatte er als Jugendlicher schreiben wollen, später begnügte er sich mit überschaubareren Zielen, wäre froh gewesen, für die Freiburger Nachrichten Lokalnews zu recherchieren. Naja, es kam wie es eben kam, weshalb H. Heinrich Häberli seit bald vierunddreißig Jahren Chefredakteur, pardon, Chefredaktor des renommierten Gurmerler […] Weiterlesen

Aus dem Kopierraum kommen

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

„Komm, mach die Tür zu“, befiehlt Jamal heiter. Ich gehorche, lausche dem Klackern seiner Gürtelschnalle und starre in die Ecke des zerschlissenen Posters vis-à-vis der Kopiermaschine. Ein grunzendes Ächzen ertönt, begleitet vom Rascheln seiner Jeans, dann meint er: „Es kann losgehen.“ Ich wende mich ihm zu, lache daraufhin lauthals los. Da sitzt er nun, auf der Glasplatte des Kopierers. Die heruntergelassene Hose hängt in den Kniekehlen und seine Hände verdecken mir leider die Sicht, dafür schenkt er mir sein charmantes Grinsen, ein extra-breites noch dazu.
„Moment, du musst das Bein hochheben“, weise ich ihn an und merke, wie sich ein unangenehm nervöses Kribbeln in meiner Magengrube ausbreitet. […] Weiterlesen

Insgeheim

„Robert.“ Der Klang meines verhassten Namens schubst mich zu leicht aus der oberflächlichen Konzentration, mit welcher ich meine genauso oberflächliche Arbeit zu verrichten pflege. „Kommst du später mit zu Reeses?“ Darauf bedacht, keinerlei Nervosität zu zeigen, schiebe ich den halbherzig bearbeiteten Papierstapel vor mir beiseite, lege meinen Stift hin und erwidere: „Naja, weißt du, Norbert …“ Ich lasse ihn eine Weile schmoren, nicht weil ich ihn unbedingt schmoren sehen möchte, sondern weil mein vermaledeites Hirn wie üblich zu langsam arbeitet. „Robert, nein!“, rügt er mich lange vor dem befürchteten Vergehen, ich könnte mich neuerlich um das obligate Feierabendbier drücken wollen. „Du kommst mit, Maria, Roberta und die anderen sind auch da“, stellt er fest, ohne Rücksicht auf mein Befinden oder meine Brieftasche. Letztere droht demnächst […] Weiterlesen

Biedermann und die Brandmelder

Diese Kurzgeschichte erschien im Rahmen der vierten Clue Writing Challenge.

„Wissen Sie eigentlich, wie gefährlich es ist, sich nicht an die Feuerschutzbestimmungen zu halten?“, blaffte der Inspektor mit hinter dem Rücken verschränkten Händen. Wieso stand der Typ nur so da, fragte sich Biedermann und sah sich hilfesuchend im Büro um. Niemand außer ihm war in der Nähe, um ein Stück des Zorns des feuerpolizeilichen Hünen abzubekommen. „All Ihre Brandmelder sind defekt, aus manchen wurden gar die Batterien entfernt. Was für eine Nachlässigkeit!“
Biedermann, seines Zeichens Abteilungsleiter und damit ein naheliegendes Ziel für das Wüten des Inspektors, musterte roten Kopfes den grauen Spannteppich, der schon […] Weiterlesen

Hier ist nichts drin!

„Ich arbeitete seit 1985 für die Firma des Angeklagten“, beantworte ich die Frage und schaue mich im vollen Saal um. Sogar die Presse ist da, es war also gut, dass ich gestern noch beim Friseur war.
„Vielen Dank. Sie müssen übrigens nicht so dicht ins Mikrofon sprechen.“ Der Staatsanwalt sieht nicht so aus, wie ich mir einen Staatsanwalt vorgestellt habe; er ist viel kleiner und so schrecklich schrumpelig um die Augen. Aber immerhin stimmt das mit der resoluten Manier, damit kann ich leben.
„Oh, Entschuldigung“, stottere ich, dann lehne ich mich zögerlich auf dem gepolsterten Holzstuhl zurück. „Das wusste ich nicht.“
„Keine Sorge, das passiert oft“, beginnt der Staatsanwalt und gaukelt mir eine […] Weiterlesen

Der wahre Grund, weshalb die Welt Montage hasst

Fritz Krüger hasste Montage – er hasste sie in jedem erdenklichen Sinne. Insbesondere an Montagen hasste er es, auf Montage zu gehen. Früher war dem nicht so gewesen, doch mit jedem Jahr, das ins Land zog, wurden seine Rückenprobleme schmerzhafter und er sehnte seiner Pensionierung entgegen, ein alter Haudegen wie er hatte sich den Ruhestand mehr als nur verdient. So war seine Motivation auch an diesem regnerischen Montagmorgen merklich eingeschränkt, während er in den Büroturm schlurfte, in dem das oberste Stockwerk umgebaut wurde. Der müde Handwerker quetschte sich zusammen mit den Geschäftsleuten in die chromstählernen Aufzugskabinen und Fritz überlegte, während er die Taste mit der eingravierten Nummer 45 drückte, wie grauenhaft dieser Tag werden musste. Wahrscheinlich war es wieder eine kaum enden wollende Kaskade aus […] Weiterlesen

Die vierte Wand

Heute war Lars‘ letzter Tag. Nicht nur sein letzter Tag im Großraumbüro, sondern sein wirklich endgültig letzter Tag. Wieso und weshalb Lars wusste, dass er den nächsten Morgen nicht mehr erleben würde, sei nicht verraten. Vielleicht lag in seinem Kofferraum eine Mordwaffe, oder zuhause wartete eine Handvoll Schlaftabletten auf ihn. Womöglich war es auch nur eine böse Vorahnung und Lars ein durch und durch abergläubischer Mensch. Wichtig ist nur zu verstehen, dass Lars absolut, ohne Zweifel wusste, dass es so war.
„Guten Morgen“, gähnte er seiner Kollegin zu, deren Mund und Nase hinter ihrer großen Tasse verborgen blieb.
„Hey Lars.“ Ihre Aufmerksamkeit galt dem Kaffee, aber immerhin erwärmte sie sich zu einem halbherzigen Gruß. Er nickte und ging dann […] Weiterlesen

Freundschaft: Durch fett und fetter

Marina hatte noch nie viel von Diäten gehalten, doch sie machte sich auch nichts vor: Sie mochte es zu essen und das war auch der einzige Grund, dass sie etwas übergewichtig war. Nicht die Supermärkte, nicht das angeblich so harte Leben, die Werbung oder ihre schreckliche Familie waren die Ursache dafür, nein, es war ihre Begeisterung für alles, was man mit Käse überbacken konnte. Eigentlich war das Marina egal; Hauptsache sie war trotzdem einigermaßen trainiert und bekam bei jedem Checkup ein zufriedenes Nicken von ihrem Arzt. Der böse Fernseher hielt sie zwar ab und an von ihren sportlichen Vorhaben ab, aber das machte den Sieg über den inneren Schweinehund nur noch süßer. Am Ende des Tages musste man die Sache mit Humor nehmen und konnte die Verantwortung nicht auf andere abschieben. Ein lautes Hupen und das Kreischen von den […] Weiterlesen