Unsere Favoriten | Episode 24

Kurzgeschichten gibt es bei uns nun über Sechshundert
Die Finger sind vor lauter Tippen wund, wen’s wundert
Jetzt ist es endlich wieder soweit
Es ist Clue Writing Favoritenzeit
Wir schreiben heiter weiter, bis ins nächste Jahrhundert!

Ja, ihr habt richtig gelesen, nach sechshundert Stories wollen wir es uns nicht nehmen lassen, euch unsere Favoriten aus den letzten Fünfundzwanzig Stories zu präsentieren. Wie gewohnt listen wir sie auch […] Weiterlesen

Special zur sechshundertersten Story | Sechshundert Leben

Und auf einmal kehrt Ruhe ein. Die Hektik fällt unter dem Druck einer schweren Gewissheit in sich zusammen, wir treten zurück und ich mache offiziell, was uns allen klar ist: „Zeitpunkt des Todes: Zwei Uhr dreiundfünfzig.“ Meine rechte Hand, Schwester Thea, nickt mir aufmunternd zu. Ich erwidere die Geste, sie ist Routine geworden. „Bereiten Sie ihn vor. Ich spreche mit der Familie.“
Mein Besteck landet in der Nierenschale, der Schurz im dafür vorgesehenen Abfalleimer beim Durchgang zum Waschraum. Das Waschen ist zum Ritual geworden, einem, das ich liebgewonnen habe. Durchatmen, meine Reflektion im Spiegel anstarren, ohne mich wirklich wahrzunehmen. Dieser Moment, unmittelbar nachdem ein Menschenleben unter meinen Fingern sein Ende gefunden hat, ist mir heilig. Doch er dauert keine drei Minuten, […] Weiterlesen

Dr. Kettensäge und das Tiramisu

Das Büro des diensthabenden Oberarztes der Urologie sah aus wie immer: Das kalte Licht der Deckenlampen tauchte den im Stil der siebziger Jahre gehaltenen Raum in eine grelle, harte Stimmung. Carl seufzte etwas zu melodramatisch, schlurfte müde durch den Raum und ließ sich auf seinen Schreibtischsessel fallen. „Was für ein Tag“, murrte er, bevor er einen Schluck aus der Wasserflasche nahm, die auf der Tischplatte gestanden hatte. Er war schon sehr lange wach und die letzten Tage waren mehr als nur ein bisschen stressig gewesen. Die Hälfte seiner Leute lag mit der Grippe im Bett und so blieb ihm nichts anderes übrig, als zusätzliche Patienten zu übernehmen und den Papierkram, welcher sein Job mit sich brachte, vorerst auf die lange Bank zu schieben. Gerade als sich Carl müde zurücklehnen und kurz die Augen schließen wollte, klopfte es an der Tür […] Weiterlesen