S10E18 | Aus dem Kopierraum kommen

Wir möchten euch herzlich zur achtzehnten Episode der zehnten Staffel des Hörgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüßen. Sie basiert auf der Story „Aus dem Kopierraum kommen“ von Rahel. Es ist Zeit, aus dem Kopierraum zu kommen und zu erfahren, wie unsere Freunde darauf reagieren. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Zimtschnecke, Desinteresse, Fernbedienung, Modernismus“ und „Fußpilz“ vertextet und sie spielt am Setting „Kopierraum“. Der Sprecher dieser Episode ist Michael Pietsch. […] Weiterlesen

Aus dem Kopierraum kommen

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

„Komm, mach die Tür zu“, befiehlt Jamal heiter. Ich gehorche, lausche dem Klackern seiner Gürtelschnalle und starre in die Ecke des zerschlissenen Posters vis-à-vis der Kopiermaschine. Ein grunzendes Ächzen ertönt, begleitet vom Rascheln seiner Jeans, dann meint er: „Es kann losgehen.“ Ich wende mich ihm zu, lache daraufhin lauthals los. Da sitzt er nun, auf der Glasplatte des Kopierers. Die heruntergelassene Hose hängt in den Kniekehlen und seine Hände verdecken mir leider die Sicht, dafür schenkt er mir sein charmantes Grinsen, ein extra-breites noch dazu.
„Moment, du musst das Bein hochheben“, weise ich ihn an und merke, wie sich ein unangenehm nervöses Kribbeln in meiner Magengrube ausbreitet. […] Weiterlesen

S05E01 | Gefäß

Wir möchten euch herzlich zur ersten Episode der fünften Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Gefäß“ von Rahel. Des grünen Scheins Wirkung droht zu verblassen; armer Gatsby. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Garnele, Ganove, Grassamen, Grenzpfosten“ und „Gaspedal“ vertextet und sie spielt am Setting „Garküche“. Die Sprecherin dieser Episode ist Annika Gamerad. […] Weiterlesen

S04E07 | Von Tiefflügen und Klammerbemerkungen

Wir möchten euch herzlich zur siebten Episode der vierten Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Von Tiefflügen und Klammerbemerkungen“ von Sarah. Es gibt sie, diese Tage, an denen man sich (verdammt nochmal) einfach nur über seine Liebsten nervt. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Papierkorb, Kotzgeräusch, Handcreme, Radiator“ und „Verzweiflung“ vertextet und sie spielt am Setting „Verkehrsmuseum“. Die Sprecherin dieser Episode ist Johanna Ehrlich.

Die Neugier des Misanthropen

Ein wenig Mut reichte nicht aus, selbst eine ganze Handvoll brachte ihn nur zum flüchtigen Versuch, jedoch nicht über die Türschwelle. Um die Wohnung nach Jahren endlich zu verlassen, eine Antwort auf die quälendste aller Fragen zu finden, brauchte er Hilfe und er fand sie zwischen den Seiten seiner treusten Begleiter. So saß er, Nacht für Nacht, in seinem Sessel und las von Wagemut, sammelte die Tapferkeit aus dem Erfahrungsschatz all derjenigen, die vor ihm zu Helden geworden sind. Doch je länger er dort verweilte, desto klarer wurde ihm, dass es nicht der Mut war, der ihn aus seiner selbstgewählten Misere würde führen können, nein, nur die größte aller Tugenden würde ihn dazu befähigen, sich seiner Angst zu entledigen. Das Potential zur Größe, davon war er mittlerweile überzeugt, wohnte in steter Neugier. […] Weiterlesen

Gefäß

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Sie sprach so schnell, dass es mir schwer fiel, ihr richtig folgen zu können und für einen kurzen Augenblick hatte mich ihr dringlicher Tonfall davon überzeugt gehabt, dass das was sie mir erzählte, tatsächlich wichtig war. Natürlich war dem nicht so, nichts was sie zu solch fulminanten Redeschwallen bewog, war jemals von Bedeutung gewesen, nichtsdestotrotz hörte ich ihr immer unheimlich gerne zu. Es war, als würde sie mich mit Nichtigkeit verzaubern, als könnte sie mich durch den reichhaltigen Klang ihrer Stimme in eine Welt entführen, die mir sonst verschlossen blieb, an einen Ort, der fernab jeglicher Sorgen ein Leben versprach, das vielleicht irgendwann das meine sein könnte. […] Weiterlesen

Von Tiefflügen und Klammerbemerkungen

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Ja, da stehe ich nun. Vor dem Spiegel in der öffentlichen Toilette lausche ich dem Kotzgeräusch meiner Teenager-Tochter, in die ich Jahre mühsamer Arbeit investiert habe und zu der mir nur noch ein einziges Wort einfällt: Versagerin. Nein, das darf ich nicht sagen, gar nicht erst denken, geht es mir wie jedes Mal durch den Kopf, denn am Ende muss man seine Kinder bedingungslos lieben, zumindest behaupten das immer alle. Doch auch wenn ihr Versagen zum Teil auch mein Fehler sein mag (auch das sagen alle, aber ich konnte trotz großer Mühe bisher noch keinen Beweis dafür finden), irgendwann ist das Maß voll. Wütend reibe ich mir Handcreme auf meine […] Weiterlesen