S11E08 | Auf Abwegen

Wir möchten euch herzlich zur achten Episode der elften Staffel des Hörgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüßen. Sie basiert auf der Story „Auf Abwegen“ von Rahel. Manchmal zieht es uns auf Abwege und daran ändert auch das Alter nichts. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Minze, Stein, Wissensdurst, Nebelschwaden“ und „Wortlosigkeit“ vertextet und sie spielt am Setting „Schacht“. Der Sprecher dieser Episode ist Werner Wilkening. […] Weiterlesen

Auf Abwegen

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

„Durchgeknallt, das bist du!“, schimpfte Heinz mit seiner Liebsten. „Ehrlich, Gudrun. Das ist schwachsinnig.“ Die Angesprochene zuckte mit den Schultern, zog Schnodder die Nase hoch, ehe sie sich entspannt an die bröckelige Wand lehnte und meinte: „I wo, so schlimm ist das alles gar nicht.“ Dann beugte sie sich ein wenig vor, um ihre Stützstrümpfe zurechtzuzupfen und tippelte vorsichtig weiter den Schacht hinunter. Heinz folgte ihr mit einem knappen Meter Abstand, hielt dabei seine Rechte so ausgestreckt, dass er sie auffangen könnte, sollte sie stürzen.
Gudrun war seine dritte große Liebe, obschon er zu gerne behauptete, sie sei die erste und letzte. Vor ihr waren Karin und die zweite Karin seine Angetrauten gewesen. Wobei die zweite Karin, das war ihm mittlerweile klar, eine eher schlechte als rechte […] Weiterlesen

Gaststory | Schlaf, Monster, schlaf

Menschen träumen. Sie träumen von schönen Dingen, von einer rosigen Zukunft oder sie träumen des Nachts wirres Zeug. Manchmal plagen sie Albträume, doch es gibt auch Menschen, die träumen nichts. Nie mehr! Sie sind die Beraubten, die Ausgestoßenen und jeder spürt es, selbst, wenn sie es niemandem erzählen. Etwas Unheimliches haftet an ihnen. Eine unangenehme Leere, die in ihrem Blick liegt, ins Unterbewusstsein ihrer Mitmenschen kriecht und sie rastlos zurücklässt.
Doch die, die heute traumlos sind, waren nicht immer so. Einst flogen ihre Gedanken höher, waren rosaroter und nur selten von Ängsten begleitet. Und dann kam sie … plündernd, raubend, quälend! […] Weiterlesen

Road Trip | Mutters Schande

Dies ist der 3. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Road Trip“.

Mein knochiger Finger berührt den Pause-Button des CD-Players und bringt die Musik zum Verstummen, ehe ich die Scheinwerfer des alten Wagens ausmache und ihn möglichst unauffällig, also durchaus auffällig, mitten auf der Hauptstraße der Geisterstadt zum Halten bringe. Mit einem Knirschen traktieren dabei die Reifen einige kleine Steine, die früher einmal, damals, als es noch Postkutschen gab, zur Wand des „General Store“ gehörten. Seit Äonen lebt an diesem Ort niemand mehr außer einigen Eidechsen und Nattern, die sich tagsüber auf den Ruinen sonnen; ein gutes Versteck. Anders als die Wüstentiere, die Sonnen- der Mondeshitze vorziehen, in erster Linie, weil der Mond alles […] Weiterlesen

Entspann dich

Dreizehn Minuten nach Mitternacht. Das Plätschern des Gewitters sickert durch die doppelt verglasten Fenster des Schlafzimmers, der veraltete Radiator surrt wie ein Schwarm Maikäfer. Ich sitze in der Dunkelheit, irgendwo zwischen Schlummer und Wachzustand und drohe, zu einem jämmerlichen Klischee zu verkommen. Es zieht mich aus dem Bett, zurück an den Computer wo so manche Aufgabe auf mich wartet. Aber mir schwant, dass meine Erschöpfung es verdient ernstgenommen, statt unter Arbeit begraben zu werden. Nur heute, ausnahmsweise, will ich der Vernunft Tribut zollen und belasse meinen Kopf auf dem Kissen, widerstehe der Versuchung. In die Finsternis starrend werde ich von pubertärem Pathos überschwemmt. Müßiggang bekommt mir schlecht, soviel ist kristallklar. Entnervt schnaubend drehe ich mich auf die Seite, beäuge […] Weiterlesen

Die Killer im Comicbuchladen

„Komm zurück, ich will doch nur spielen“, rief Lenny durch den Comicbuchladen, bevor er langsam die Treppe hoch schlich. Die Dielen des alten Gebäudes knarrten unter seinen Füßen, auch die Tatsache, dass der Sneakers trug, änderte daran nichts. Das gelbliche Licht der einsamen, etwas entfernten Straßenlaterne zeichnete den Schriftzug des Schaufensters als kaum leserliches, verzerrtes Muster auf den Boden ab und draußen pfiff der Wind um das Gebäude, rüttelte an den Bäumen. Eine nasse Zeitungsseite klatschte gegen das Fenster, blieb kleben und entlockte Jenny, die nahe hinter Lenny schlich, ein erschrockenes Quietschen. Sie fuhr zusammen und Lenny konnte dabei das Rascheln ihrer zum Pferdeschwanz gebundenen Haare hören. „Pst“, zischte er, hob seine Stimme aber sofort wieder zu einem, an ein grauenhaftes Stakkato erinnerndes, Kichern […] Weiterlesen

Hier ist nichts drin!

„Ich arbeitete seit 1985 für die Firma des Angeklagten“, beantworte ich die Frage und schaue mich im vollen Saal um. Sogar die Presse ist da, es war also gut, dass ich gestern noch beim Friseur war.
„Vielen Dank. Sie müssen übrigens nicht so dicht ins Mikrofon sprechen.“ Der Staatsanwalt sieht nicht so aus, wie ich mir einen Staatsanwalt vorgestellt habe; er ist viel kleiner und so schrecklich schrumpelig um die Augen. Aber immerhin stimmt das mit der resoluten Manier, damit kann ich leben.
„Oh, Entschuldigung“, stottere ich, dann lehne ich mich zögerlich auf dem gepolsterten Holzstuhl zurück. „Das wusste ich nicht.“
„Keine Sorge, das passiert oft“, beginnt der Staatsanwalt und gaukelt mir eine […] Weiterlesen

Halloween-Special | Drei weitere

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Ann umklammerte ihre Waffe und ging im letzten Moment in Deckung. Die Geschosse prasselten von überallher auf sie nieder und rissen einen ihrer Kameraden regelrecht in Stücke und er schrie gepeinigt auf, bevor er zusammenbrach. Sie hatte keine Zeit, um nach ihm zu sehen und murmelte verbissen: „Lebewohl.“ Wütend rammte sie ein neues Magazin in ihre AK-47 und wollte sich gerade bereitmachen wieder zu schießen, als Josh, der zu ihrer Linken stand, schrie: „Granate!“
Panisch sah Ann sich um und entdeckte die Handgranate, doch sie wusste, dass es knapp werden würde. Sie griff das Ding und warf es aus ihrer Deckung heraus, so weit […] Weiterlesen