Ungebremst

Warnung: Diese Kurzgeschichte enthält Szenen, die auf einige Leser beunruhigend wirken könnten. Mehr zu unseren Warnungen sowie wann und weshalb wir sie anwenden, erfahrt ihr in unseren FAQ.

Ich werde dir beim Sterben zusehen, deinen letzten Atemzug auskosten, ihn zelebrieren wie früher das Weihnachtsfest an Omas großem Küchentisch. Wie ich dich hasse, dich bis zum kleinsten Rest deines Seins verabscheue, das kannst du dir unmöglich vorstellen. Irgendwie ist es ja lustig, grotesk sozusagen, zumindest breche ich beim Gedanken daran, was uns verbindet, hin und wieder in hysterisches Gelächter aus. Für mich hat alles hier auf dieser Lichtung begonnen …

„Fred“, ruft sie aufgebracht. „Fred, komm her!“ Vor wenigen Minuten war […] Weiterlesen

Die Farbe Grün, oder was man sich wünscht

Jane war eine seltsame Frau, nur wusste sie das nicht und so kam es, dass sie sich für langweilig hielt und glaubte, in der Maße der interessanten Menschen um sie herum unterzugehen. Vielleicht lag es ja daran, dass sie sich im Wasser schon immer so wohl gefühlt hatte; hier konnte sie selbst darüber bestimmen wie tief sie sank. Wie immer war sie die erste gewesen, die heute in der Früh das Schwimmbad betreten hatte und so wie jeden Tag legte sie ihr Handtuch und die Sporttasche auf ihren Stammplatz, setzte sich daneben, betrachtete kurz das stille Wasser und sog die stickige Hallenbadluft ein, bevor sie sich langsam ins Wasser gleiten ließ. Sie würde vielleicht einen dreiviertel Kilometer schaffen, bevor die anderen Schwimmer eintreffen und die friedliche Atmosphäre stören würden. […] Weiterlesen