Tiefpunkt

Stille herrschte auf der Waldlichtung, auf der es nach Waldmeister roch und in der tiefen Dunkelheit der Nacht nichts zu erkennen war. Unvermittelt wurde die Finsternis durch das einsame Zirpen einer Grille unterbrochen, das jedoch kurz darauf wieder verstummte, währenddessen in der Ferne ein gleichmäßiges Geräusch zu vernehmen war, das sich rasch näherte. Schließlich tauchten die Lichtstrahlen von Scheinwerfern alles in ein bizarres, vom Nebel getrübtes Licht und die großen Schatten der Baumstämme huschten über den Waldboden.
Der Geländewagen fuhr rasch auf die Lichtung und bremste dann abrupt ab, bis er, eine tiefe Spur im weichen Grund hinterlassend, zum Stehen kam. Für eine Sekunde war nichts zu hören, bis schließlich mit lautem Klacken eine der hinteren Türen geöffnet […] Weiterlesen

Der Kloster-Job

Erfüllt von Wonne blickte Manfred zur Schwarzen Madonna hoch und seufzte zufrieden. Ein weiterer langer und strenger Tag ging dem Ende zu, während sich der Himmel über dem Kloster von Einsiedeln dunkel färbte. Der in eine Mönchskutte gekleidete Mann in mittleren Jahren verließ die Kapelle und schritt ruhig und zufrieden in die Richtung seiner bescheidenen Schlafgemächer, in denen der einzige Gegenstand aus seinem früheren Leben eine Kuckucksuhr war, die er von seinem Großvater geerbt hatte. Mit einem schwachen Lächeln erinnerte er sich daran, wie viel Überzeugungsarbeit es damals gebraucht hatte, den Abt dazu zu bewegen, ihm die monströse Uhr im Zimmer zu gewähren. Ja, Manfred mochte das Mönchsleben – besonders, weil der strikte Lebensstil für Ausgeglichenheit und inneren Frieden sorgte. […] Weiterlesen