Oster-Special | Wie du und ich oder nicht | Teil 2

Warnung: Das in dieser Kurzgeschichte dargestellte Gedankengut könnte auf einige Leser beleidigend wirken. Mehr zu unseren Warnungen sowie wann und weshalb wir sie anwenden, erfahrt ihr in unseren FAQ.
Fortsetzung und Schluss zu „Wie du und ich oder nicht | Teil 1“.

Als Jay aufwachte, brummte sein Kopf dermaßen, als würden sich Dornen in seinen Schädel bohren. Verwirrt sah er sich im verrauchten Zimmer mit den gemauerten, grauen Wänden um. Was war denn nun eigentlich mit ihm passiert? Der Raum war spartanisch eingerichtet, nur ein altes Bett, ein Nachttisch und der Fernseher auf einer Kommode, auf dem ein Hotel-Infokanal lief. Jay kniff die Augen zusammen und konnte auf dem Bildschirm […] Weiterlesen

Pathos

Ab und an wenn Jackie auf dem großen, schwarzen und auf Hochglanz polierten Konzertflügel saß, fragte sie sich, was genau sie eigentlich hier tat. Sie hielt eine dünne Zigarette in der Hand, obwohl sie im Konzertsaal eigentlich nicht rauchen durfte und schaute kurz auf ihr elegantes, schwarzes Abendkleid und die hochhackigen Schuhe. Bisher hatten alle ihr Laster schweigend hingenommen und verstanden, dass ihre rauchige Stimme ihr Kapital war, denn Jackie war eine berühmte Jazzsängerin.
Sie sang einfach weiter, Zeile für Zeile rollten die Worte des alten Songs über ihre Lippen. Sie hatte genug Übung und außerdem die praktische Gabe, dass sie sich nicht wirklich aufs Singen konzentrieren musste, sodass sie ihre Gedanken wandern lassen und dazu ihrem eigenen Gesang lauschen konnte. Manchmal reiste in ihrem Kopf an einen anderen […] Weiterlesen

Marketing, oder weil sich alles vergolden lässt

Diese Kurzgeschichte erschien im Rahmen der ersten Clue Writing Challenge.

Matthieu fühlte sich komplett fehl am Platz und das nicht nur, weil er Matthieu hieß und seine Haut dunkler war als der Hartholzboden. Ein Kellner, der so aussah, als hätte er Probleme mit länglichen Gegenständen in seinem Enddarm, schenkte sprudelndes Wasser nach besann ihn mit einem mechanischen Lächeln.
„Wie wäre es mit einem etwas kundennäheren Approach?“, fragte Klopfenstein und sprach das englische Wort so aus, als würde er die Sprache auch tatsächlich sprechen können. „Etwas mit Kindern und Haustieren.“ Steiger tat nicht mal so, als würde er über den Pitch nachdenken und schüttelte einfach nur den Kopf, was Klopfenstein sichtbar ins […] Weiterlesen