S04E13 | Die Schatzsucher

Wir möchten euch herzlich zur dreizehnten Episode der vierten Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Die Schatzsucher“ von Sarah. Mit Haldol werden Vollmondnächte erst richtig unterhaltsam. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Aquakultur, Unfähigkeit, Grusskarte, CPU (Central Processing Unit)“ und „Schmetterling“ vertextet und sie spielt am Setting „Trödelladen“. Die Sprecherin dieser Episode ist Annika Gamerad.

Berufsnebenwirkungen

Nach einem kurzen Seitenblick schnippte Jan seinen Glimmstängel aufs Trottoir und wandte sich, ohne die Glut auszutreten um, wobei er beinahe in Annelise geprallt wäre, die gerade durch die Bürotür kam. Erschrocken riss die junge Frau ihre Hände nach oben und verschüttete dabei den Rest Kaffee, der nach der Pause noch übriggeblieben war, auf ihren Apothekerkittel. „Nein!“, schrie sie mit einer Mischung aus Verzweiflung und Tobsucht, bevor sie Jan so fest sie konnte in den Oberarm boxte. „Das war der letzte Kaffee, ich hasse dich!“
Verdutzt blieb ihr geschlagener Arbeitskollege stehen und starrte sie einige Sekunden lang an, bis die Tragweite der Situation in seine Gehirnwindungen gesickert war und er entsetzt fragte: „Was? Hat es keinen mehr im Schrank? Auch nicht hinter der Ovomaltine?“ […] Weiterlesen

Fahrt ins Blaue

„Meinst du wirklich, dass es klappen wird?“, fragte Sandra unruhig und warf einen Blick aus dem kleinen Seitenfensterchen des gepanzerten Kastenwagens, der früher der Stadtpolizei gehört hatte. Die mit Graffiti versprühten Hausfassaden der Badenerstrasse zogen draußen vorbei, eingeschlagene Schaufenster und ausgebrannte Autowracks dominierten die triste Szenerie. Niemand fuhr gerne durch die Badenerstrasse, doch das war schon so gewesen, als die Welt noch in Ordnung gewesen war. Damals.
Daniel, der gerade sein altes Sturmgewehr lud, blickte von seiner Tätigkeit auf und antwortete: „Es muss klappen. Ich bleibe doch nicht hier in der Stadt, wenn die Welt vor die Hunde geht, nur um nach ein paar Jahren beim erstbesten Problem aufzugeben.“
„Und wenn’s dich erwischt, kannst du mir wenigstens dein Gewehr vererben“, entgegnete […] Weiterlesen

Gaststory | Albtraumhafte Rendezvous

Bereits in den frühen Morgenstunden wurde die Tür zu unserem Zimmer aufgerissen und die Frau im weißen Kittel kam herein. “Kontrolle!”, rief sie ungeachtet dessen, dass wir bis eben noch geschlafen hatten. Doch wir wurden jeden Morgen so geweckt. Inzwischen fragte ich mich, ob ich mich wohl je daran gewöhnen werde. Irina schreckte hoch und rieb sich die Augen. Ich hingegen war schon wach. Ich befand mich in diesem Unruhezustand, der mein Innenleben schon so lange verzehrte. Die Frau nahm ihren Rotstift und strich unsere Namen von der Liste. Dann ging sie weiter. “Guten Morgen”, murmelte meine Zimmergenossin und ich erwiderte ihren Gruß. Manchmal kam mir dieser Alltag hier wie eine Endlosschleife vor, wobei ich vor allem auf die Nächte liebend gern verzichten würde. Denn sie sind es, in denen er mich heimsucht und tyrannisiert. Der Mann aus meinen […] Weiterlesen

Warten auf die Zukunft

Durch die gläsernen Wände des Konferenzraums drangen die gedämpften Stimmen der Sitzungsteilnehmer, die seit nun beinahe einer Stunde auf die Ankunft des Konzernchefs warteten und langsam ungeduldig wurden. Ich war noch nie im Leben so nervös gewesen, nicht einmal damals, als ich im Abschlusstheater der neunten Klasse die Hauptrolle gespielt hatte. Allein beim Gedanken daran, da reinzumarschieren und mich vor diese Leute zu stellen zu müssen, verkrampften sich meine Muskeln und mein Magen drehte sich um, so dass ich fürchtete, ich würde jederzeit entweder zusammenbrechen wie ein Klappstuhl, oder die Penne Arrabiata, die ich zum Mittagessen hatte, über den Boden verteilen. Und ich konnte beinahe fühlen, wie die Erwartungen der Herrschaften hinter der Glaswand mit jeder Minute Wartezeit, die verstrich, immer grösser und grösser wurden. […] Weiterlesen

Die Schatzsucher

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

„Wo bist du? Komm zu Papa“, murmelte Rick ungeduldig, während er sich durch einen unlogisch organisiert wirkenden Haufen von Trödel wühlte und alles Erdenkliche über seine Schulter warf. Butch duckte sich weg, als ein metallener Kerzenhalter in seine Richtung flog und seinen Kopf nur knapp verfehlte. Er rief gereizt: „Volltrottel, ich will meine Birne behalten! Dank deiner Unfähigkeit werde ich früher oder später auf eine verdammt dumme Art den Löffel abgeben.“
Sue interessierte sich offensichtlich weder für den Streit noch für die Suche der beiden Männer, sie sass mit dem Rücken gegen die Ladentheke gelehnt da und starrte […] Weiterlesen