S08E20 | Mamas Liebhaber

Wir möchten euch herzlich zur zwanzigsten Episode der achten Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Mamas Liebhaber“ von Rahel. Achtung: Mamas Glück kann zu Skepsis führen. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Lamellen, Schweissausbruch, New York Times, Frettchen“ und „Firewire-Port“ vertextet und sie spielt am Setting „Flughafen-Wartehalle“. Die Sprecherin dieser Episode ist Inger Kurowiak. […] Weiterlesen

Aus dem Kopierraum kommen

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

„Komm, mach die Tür zu“, befiehlt Jamal heiter. Ich gehorche, lausche dem Klackern seiner Gürtelschnalle und starre in die Ecke des zerschlissenen Posters vis-à-vis der Kopiermaschine. Ein grunzendes Ächzen ertönt, begleitet vom Rascheln seiner Jeans, dann meint er: „Es kann losgehen.“ Ich wende mich ihm zu, lache daraufhin lauthals los. Da sitzt er nun, auf der Glasplatte des Kopierers. Die heruntergelassene Hose hängt in den Kniekehlen und seine Hände verdecken mir leider die Sicht, dafür schenkt er mir sein charmantes Grinsen, ein extra-breites noch dazu.
„Moment, du musst das Bein hochheben“, weise ich ihn an und merke, wie sich ein unangenehm nervöses Kribbeln in meiner Magengrube ausbreitet. […] Weiterlesen

S05E06 | Special zur hundertsten Episode | Schlafen, Essen, Sterben

Wir möchten euch herzlich zur sechsten Episode der fünften Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Schlafen, Essen, Sterben“ von Rahel. Es gibt neunundneunzig Gründe, weshalb ein Gratisfrühstück skeptisch machen sollte. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Hunderter, Hundertstelsekunde, Jahrhundert, Hundertmeterlauf“ und „Hundertschaft“ vertextet und sie spielt am Setting „Hundertstes Zimmer“. Die Sprecherin dieser Episode ist Stephanie Preis. […] Weiterlesen

Mamas Liebhaber

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Es ist jetzt ziemlich genau achtzehn Jahre her, seit Papa Mama verlassen hat. Ich war damals in der dritten Klasse und habe mich gewundert, weswegen die beiden nicht zur Schulaufführung von „Schneewittchen“ gekommen sind. Der Grund, wie ich nach einem langen Fußmarsch nach Hause erfuhr, wäre vorherzusehen gewesen: Mama saß heulend auf dem Teppich vor der Badewanne und Papa war mitsamt Pete, unserem Hund, gegangen. Seit diesem verregneten, tränenreichen Abend, kann ich weder Theaterstücke noch Papa mehr leiden.
„Sind meine Haare okay?“, fragt Mama mich erneut, also nicke ich schief lächelnd. In […] Weiterlesen

Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor | Der Jeep

Dies ist der 9. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor“.

Ein rascher Blick auf den Zähler verriet Tess, dass sie bald vierzig Kilometer geschafft hatten. Nach dem Massaker auf dem Feld war Rooster mit der Absicht losgezogen, irgendwo einen fahrbaren Untersatz zu finden. Er hatte mehr Glück gehabt, als erwartet, denn schon beim nächsten Bauernhof entdeckte er einen Jeep Grand Cherokee sowie die Schlüssel dazu.
„Wer zum Teufel“, durchbrach Tess die schwere Stille im Fahrzeug, „hat solche Monsterautos gefahren?“ Sie konnte sich nur schwer vorstellen, welchen Zweck ein so […] Weiterlesen

Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor | Das Feld

Dies ist der 8. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor“.

„Ich meine es ernst, Tess. Was zum Teufel sollen wir dagegen unternehmen?!“ Die Angesprochene sah nicht auf, versuchte Rooster zu ignorieren und auf der Landkarte schlau zu werden. Nach jener verhängnisvollen Nacht in der Bücherei waren sie rasch aufgebrochen, denn keiner von ihnen wollte diesen scheusslichen Ort länger ertragen als unbedingt nötig. Nur war während ihrer überstürzten Weiterreise niemand auf die Idee gekommen, Notizen zur Umgebung zu machen.
„Echt jetzt, Tess“, drängte der Hüne weiter, „Das alte Mädchen hat seit gut drei Tagen kein […] Weiterlesen

Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor | Die Scheune

Dies ist der 6. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor“.

„Wir sind bloß auf der Durchreise“, begann Tess und überlegte sich kurz, ob sie zum Zeichen der Friedlichkeit langsam den Lauf ihres Gewehrs senken sollte, der noch immer zwischen die Augen der Rothaarigen gerichtet war. Sie entschied sich dagegen und versuchte stattdessen im Gesicht ihres Gegenüber abzulesen, was sie sagen sollte. Faktisch gesehen waren sie unerwartet in ihr Gebiet eingedrungen, es war also verständlich, dass ihnen mit Skepsis begegnet wurde und eher unwahrscheinlich, dass die Fremden sie überfallen wollten. Als die unbekannte Frau für einen Sekundenbruchteil […] Weiterlesen

Special zu Rahels hundertster Story | Schlafen, Essen, Sterben

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Seufzend, nein, ächzend warf er seinen ungeschickt gepackten Rucksack aufs Bett und ließ sich gleich danach neben ihm auf die Matratze fallen. Die Anreise hatte wirklich zu lange gedauert, dachte sie sich, währendem sie versuchte ihren von Zugstizen und Übernächtigung malträtierten Körper dazu zu bewegen, aufzustehen und sich auszuziehen. Solche Dinge sind manchmal ein wenig seltsam, da freut man sich stundenlang auf eine warme Dusche und kann an nichts anderes denken, als endlich aus den dreckigen Klamotten zu kommen und kaum hat man die Chance dazu, kann man sich kaum dazu motivieren, sich auch nur einen Meter vom Lehnsessel zu entfernen. […] Weiterlesen

Ein Mordsspaß

Kassandra mochte es, lange zu baden. Wenn sie ehrlich zu sich sein sollte, lag sie manchmal so lange in der Badewanne, dass ihre Finger und Zehen so verschrumpelten, dass sie die Linien ihrer Fingerabdrücke selbst nicht mehr wirklich hätte erkennen können. „Der ideale Zeitpunkt, ein Verbrechen zu begehen“, murmelte sie, bis ihr die sich ablösenden Häutchen einfielen, die man nach dem Baden immer hatte. „Vielleicht doch nicht“, fügte sie abwesend hinzu. Nicht, dass sie vorgehabt hätte, jemanden zu ermorden, nein, aber sie sah genug Krimiserien und las genug Detektivromane, um ihrer Fantasie manchmal freien Lauf lassen zu müssen. Und da sie in der Badewanne nie las (immerhin hatte sie nur das Licht einer flackernden Kerze, denn die grässliche Deckenbeleuchtung wollte sie nicht anmachen), drifteten ihre […] Weiterlesen