Road Trip | Links dahinter, stets mit Abstand

Dies ist der 2. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Road Trip“.

Irgend so ein Hipster-Arschloch hat Hüttenkäse in mein Eiersalat-Sandwich geschmuggelt! Ich bin so in Rage, muss mich erstmal beruhigen, gleich bersten meine Neuronen! Du weißt, von was ich spreche, oder? Auf meinen Reisen haben sich mir Abgründe aufgetan, die ganze Familien verschlagen, ich habe menschliche Überreste gesehen, die an ein Fünfhundert-Teile-Puzzle erinnerten, nur, nichts ist so schlimm wie Hipster! Ich hasse sie mit jeder Faser meines Seins. Jetzt wollen diese Alles-Ironisch-Nenner sogar meiner Wenigkeit solche Abscheulichkeiten wie Hüttenkäse unterjubeln!

Du wunderst dich sicher, was ich seit unserem letzten Gespräch (oder war es ein […] Weiterlesen

Gaststory | Wie flüssiges Marzipan

Warten macht mir wenig Spaß. Allein warten, in einer derart geschmacklosen Eingangshalle noch weniger.
Ich steh‘ auf Vintage, kaufe selbst viele meiner Möbel gebraucht, aber gepaart mit der Weitläufigkeit dieses Raums wirkt Vintage absurd.
Beim Hereinkommen kam nicht gerade eine Hotel-Atmosphäre auf, ich fühlte mich vielmehr wie in einem verlassenen Hallenbad ohne Becken in der Mitte. Oder einer menschenleeren Aula ohne Stühle.
Ein Empfangstresen, der mittig am Ende des Raumes steht, ein Getränkeautomat in der Ecke neben der Tür und drei klapprige Stühle an der Wand gegenüber der Flügelfenster, dazwischen Leere. Das alles getaucht in das spärliche Licht, das von einer […] Weiterlesen

Road Trip

Es war Samstagabend und eine deprimierende Woche ging langsam zu Ende. Karl war gerade mal acht Jahre alt, dennoch begriff er die Tragweite der jüngsten Geschehnisse, zweifelte jedoch langsam daran, dass sein Vater das ebenfalls tat. Dieser saß nämlich mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck auf dem einzigen Holzstuhl vor dem kleinen Beistelltischchen, welches bereits so abgenutzt war, dass sich die oberste Kunstholzschicht in eine klebrige Maße verwandelt hatte, und begutachtete die Reiseprospekte, die er in der schändlich vernachlässigten Lobby des Motels aufgesammelt hatte. Karl wischte einige Male misstrauisch mit seinen Wollhandschuhen über das fleckige Ausziehbett und seufzte leise, bevor er sich darauf ausstreckte und seine Schuhe auf den beinahe haarlosen Teppichboden fallen ließ. […] Weiterlesen