Gaststory | Johann zieht um

Nach sechs Tagen endlich wieder dieser eine Moment, in dem alle Sinnesorgane jubilieren. Wilfried atmet tief durch, zieht die Luft gierig durch die Nase. Diese strömt vorbei an den Millionen von Sinneszellen seiner Nasenschleimhaut. Die Härchen auf den Sinneszellen strecken sich zitternd und voller Vorfreude den Aromastoffen entgegen, die durch den Duschraum wirbeln. Ein lautes „Beeil dich, andere wollen auch duschen“ unterbricht abrupt diesen Glücksmoment. Egal, er stellt das Duschthermostat heißer ein und lässt sich nicht stören. Der Brustkorb hebt und senkt sich. Harry trommelt gegen die Duschkabine. „Willi, mach hin, sonst hole ich dich da raus!“ „Nur zu – wenn du das Echo erträgst.“ Vor Harry hat er keine Angst. Harry ist ein Großmaul, mehr nicht. „Wilfried!“, mahnt Hannes, der Leiter des Tagestreffs. „Ist ja gut.“ Wilfried dreht das Wasser ab und […] Weiterlesen

S08E07 | Regen, Buttercreme und bäckermeisterliche Wunderwerke

Wir möchten euch herzlich zur siebten Episode der achten Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Regen, Buttercreme und bäckermeisterliche Wunderwerke“ von Sarah. Das starke Bedürfnis nach Butterzopf kann schneller in einem Krümel-Bombardement enden, als man denkt. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Flatulenzkonzert, Gartenharke, Epiphanie, Butterzopf“ und „Arhythmie“ vertextet und sie spielt am Setting „Vordach“. Die Sprecherin dieser Episode ist Inger Kurowiak. […] Weiterlesen

Regen, Buttercreme und bäckermeisterliche Wunderwerke

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Der Regen prasselte in so dicken Fäden vom Himmel, dass ich kaum meine Hand vor Augen sehen konnte und wirkte dabei wie ein Vorhang aus Buttercreme, so dicht und weißlich war seine vermeintlich leckere Konsistenz. Ich musste mich zurückhalten, mir nicht ein dickes Stück davon abbeißen zu wollen, immerhin war die Vorstellung mehr als nur ein wenig verlockend. Als Wesen, das aus Gründen der Naivität schirmlos durch die Stadt streunte, konnte ich mir keinen Kontakt, ganz egal welcher Art, mit dieser substantiellen, ja, scheinbar zu einem Block gepresst vom Himmel hinunterdonnernden Nässe leisten – dafür hatte ich zu viele Minuten Arbeit in meine Frisur gesteckt, nämlich […] Weiterlesen