Im stillen Kämmerchen

Ralf lehnte mit seinem schmalen Rücken und angezogenen Beinen an den nach Großmutters Mottenkugeln duftenden Mantel, der schon seit Jahren nicht mehr getragen wurde. Angespannt starrte der Junge auf den einzelnen, warmen Lichtstrahl einer Glühbirne, der durch den schmalen Spalt fiel, da wo die Tür nicht ganz abdichtete. Normalerweise gefiel es ihm, sich in dem Kämmerchen zu verstecken, sei es, weil er spät aufblieb, um zu lesen oder weil Mami und Papi sich mal wieder stritten. Ralf mochte es nicht, wenn seine Eltern sich zankten. Wenigstens hatte er schnell begriffen, dass sie sich stets versöhnten und ihm Mami danach sogar ein Eis brachte, wenn das Geld reichte.
Diesmal war alles anders, denn der Mann unten im Wohnzimmer war ein Fremder. Seine sonore Bassstimme wechselte sich mit der von Papa ab, klang bestimmt, Ungemach […] Weiterlesen

Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor | Die Bücherei

Dies ist der 7. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor“.

„Wir brechen gleich morgen früh auf“, war alles, was Rooster gesagt hatte. Danach hatte er dem Professor ein kleines, blaues Packet vor die Füße geworfen und war in Moiras Zimmer verschwunden. Die rothaarige Feuerwerfrau war nicht zurückgekehrt und niemand hatte auch nur den geringsten Zweifel, was mit ihr passiert war. Am nächsten Tag hatte Rooster seinem Spitznamen alle Ehre gemacht und die kleine Gruppe noch vor Sonnenaufgang mit lautem Gebrüll geweckt und sich nicht einmal von Clints allmorgendlichen Nörgeleien davon abhalten lassen, sie innert kürzester Zeit marschbereit […] Weiterlesen

Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor | Die Scheune

Dies ist der 6. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor“.

„Wir sind bloß auf der Durchreise“, begann Tess und überlegte sich kurz, ob sie zum Zeichen der Friedlichkeit langsam den Lauf ihres Gewehrs senken sollte, der noch immer zwischen die Augen der Rothaarigen gerichtet war. Sie entschied sich dagegen und versuchte stattdessen im Gesicht ihres Gegenüber abzulesen, was sie sagen sollte. Faktisch gesehen waren sie unerwartet in ihr Gebiet eingedrungen, es war also verständlich, dass ihnen mit Skepsis begegnet wurde und eher unwahrscheinlich, dass die Fremden sie überfallen wollten. Als die unbekannte Frau für einen Sekundenbruchteil […] Weiterlesen