Weihnachts-Special | Die dunklen Machenschaften des Mr. Spekulatius

„Guten Tag, Mr. Spekulatius, was darf es denn heute sein?“ Und da stand sie wieder, so wie am Tag zuvor und am Tag davor und vermutlich wird sie auch noch morgen und übermorgen und in zwanzig Jahren hier stehen. Versteht mich nicht falsch, ich mochte die Frau, deren Namen ich schon tausendmal gehört habe und mir doch nicht merken kann, weil er mir in etwa so wichtig ist, wie die Lage im Libanon, im Prinzip wirklich sehr gerne. Oder besser gesagt, ich mochte es, sie wie die vielen anderen Konstanten in meinem Leben als allmorgendlichen Orientierungspunkt zu benutzen. Aber, und dieses eine „aber“ kann ich nicht genug betonen, die gute Dame war dermaßen unterbelichtet, dass man meinen könnte, irgendein verrückter Professor aus einem drittklassigen Horrorroman für sterbensunglückliche, egomanische Teenager hätte an ihr eine Lobotomie durchgeführt. […] Weiterlesen

Debug, oder: Das Universum außerhalb der Nussschale

Horst Hannes von Holzenheimer war ein komisches Tierchen. Zumindest dachten das immer alle anderen Insekten und sie scheuten sich nicht, es ihn mit dummen Sprüchen wissen zu lassen. Das Hauptproblem war nicht einmal, dass er ein Redbug war, von denen es sehr wenige in der Gegend gab, sondern, dass er dafür bekannt war, im Geheimen seine verrückten Pläne zu schmieden und über Philosophiebüchern zu brüten, anstelle davon, das tropische Klima bei harter Arbeit zu genießen. Er verbrachte den großen Teil seiner Zeit in und auf einer hoch am Geäst baumelnden Nussschale namens Rothenburg, die er bei Friedrich Franz von Flederkopf, einem außerordentlich geschäftstüchtigen Fledermaus-Grundbesitzer, gemietet hatte. Friedrich hatte ihm nach zähen Verhandlungen einen fairen Preis angeboten und Horst hatte zugestimmt, denn bei […] Weiterlesen