Zombies in Brügge!

Kevin hatte sich oft gefragt, was Menschen taten, wenn sie allein zuhause waren. Er hielt es nie besonders lange aus und das war auch der Grund dafür, dass er heute Nacht seine Freunde überzeugt hatte, an diesem Halloweenabend mit ihm ins Kino zu gehen, obwohl er morgen früh arbeiten musste. Es lief zwar nur eine Wiederholung von „Brügge sehen … und sterben?“, doch Kevin war von dem Film so begeistert, er hätte ihn auch hundert Mal geschaut, ohne sich zu beschweren. Die Schlange vor der Kasse bewegte sich nur langsam, ganz so als würden die Leute wie Sirup in das alte Gebäude, das immer nach Popcorn roch, tropfen. Der eine oder andere Kinogänger war kostümiert, die meisten hingegen wirkten, angesichts des nicht besonders gruseligen Filmes, relativ normal.
„Sag mal“, beendete Ye-jun eben das Schweigen zwischen den drei Freunden, „habt ihr […] Weiterlesen

Nein. Ja. Unbedingt!

Nein.

Eintrag Nr. 1 – 29. Mai
Liebes Tagebuch,
findest du es nicht auch albern, wenn Leute ihre Tagebucheinträge mit den Worten „Liebes Tagebuch“ beginnen? Ganz generell scheint es mir durch und durch albern, überhaupt ein Tagebuch zu führen. Natürlich kann es ganz hilfreich sein, wenn man seine aktuelle Situation rekapitulieren oder analysieren möchte. Vielleicht ist es auch ganz nützlich, um Ziele festzuhalten, wiederholt darüber zu schreiben, sodass man sie nicht aus den Augen verliert. Das Problem ist nur … Ich bin mir meiner Situation vollumfänglich bewusst und […] Weiterlesen

Tiefschwarz

Er hielt Jennifer so fest in seinen Armen, wie er noch nie jemanden gehalten hatte. Hinter ihnen zogen in der Ferne große Gewitterwolken vorbei, vielleicht kamen sie näher, doch Toms Aufmerksamkeit war zu sehr auf das unglaubliche Geschehen hinter der Balkontür fixiert, als dass er den unheilvollen Himmel bemerkt hätte. Die zierliche Gestalt an seiner Brust zitterte von Sekunde zu Sekunde heftiger, erschütterte unter den grauenvollen Bildern, die sie hatten mitansehen müssen.
„Es ist sicher bald vorbei“, versuchte Tom seine Freundin zu beruhigen und strich ihr mit unsicheren Bewegungen übers Haar. In Wahrheit hatte er keine Ahnung, wie lange dieses Schauspiel der Unwahrscheinlichkeit sich noch abspielen würde, er wusste ja nicht einmal, was ihnen da überhaupt geschah. Jennifer musste klar sein, dass Tom sie anlog […] Weiterlesen