Im stillen Kämmerchen

Ralf lehnte mit seinem schmalen Rücken und angezogenen Beinen an den nach Großmutters Mottenkugeln duftenden Mantel, der schon seit Jahren nicht mehr wurde. Angespannt starrte der Junge auf den einzelnen, warmen Lichtstrahl einer Glühbirne, der durch den schmalen Spalt fiel, da wo die Tür nicht ganz abdichtete. Normalerweise gefiel es ihm, sich in dem Kämmerchen zu verstecken, sei es, weil er spät aufblieb, um zu lesen oder weil Mami und Papi sich mal wieder stritten. Ralf mochte es nicht, wenn seine Eltern sich zankten. Wenigstens hatte er schnell begriffen, dass sie sich stets versöhnten und ihm Mami danach sogar ein Eis brachte, wenn das Geld reichte.
Diesmal war alles anders, denn der Mann unten im Wohnzimmer war ein Fremder. Seine sonore Bassstimme wechselte sich mit der von Papa ab, klang bestimmt, Ungemach […] Weiterlesen