Unsere Favoriten | Episode 21

Werte Clue Reader

Ja, es ist wieder so weit
Zur besten Horror-Zeit
Gibt’s Favoriten
Und wir bitten
macht euch gleich bereit!

Folgend könnt ihr unsere Lieblingskurzgeschichten aus unseren letzten fünfundzwanzig Stories, aufgelistet nach dem Erscheinungsdatum, sehen. […] Weiterlesen

Gaststory | Fortschritt

Ein nicht enden wollender Strom. Widerlich. Ann-Christin versuchte, das ekelhafte Gefühl auszublenden. Zum hundertsten Mal heute griff sie hinter sich und zog den nassgeschwitzten Seidenstoff von ihrem Rücken. Warum kam denn dieser verdammte Fahrstuhl wieder nicht? Ann-Christins Faust hämmerte auf die altertümliche Bedienungstafel. So alt wie das Haus. Einhundert Jahre. Der Rufknopf des Fahrstuhls steckte in der Fratze eines Fauns. Jugendstil. Seltsam für diesen Verwendungszweck. Seltsam wie das ganze Haus.
Zeit verstrich. Der Fahrstuhl hielt wie festgenagelt in der ersten Etage. Ann-Christin konnte den riesenhaften Faunkopf deutlich sehen, der am Boden der altertümlichen Fahrstuhlkabine angebracht war. Überall grinste einem dieser Faun entgegen. Der […] Weiterlesen

Unsere Favoriten | Episode 20

Werte Clue Reader

Fünfhundert Stories sind geschrieben
Keine Geschichte ist dabei liegengeblieben
Es ist wahr
Und wunderbar
Ihr werdet unsere Favoriten lieben

Folgend könnt ihr unsere Lieblingskurzgeschichten aus unseren letzten fünfundzwanzig Stories, aufgelistet nach dem Erscheinungsdatum, sehen. Wir sind aber genauso daran […] Weiterlesen

Jillians Fort

„Fuck, alles okay?“ Jillians besorgter Blick, als sie sich über mich beugt legt nahe, dass ich die Schimpfworte, welche ich normalerweise für mich behalte, diesmal tatsächlich ausgestoßen habe. Ich versuche, eine stoische Miene zur Schau zu stellen, keine Schmerzen zu zeigen. „Naja, besser als Hämorrhoiden ist es allemal.“
„Öh …“ Sie deutet mit dem Finger auf mich, schüttelt verwirrt ihre Lockenmähne und will mir aufhelfen. So ganz vertraut ist sie auch nach all den Jahren noch nicht mit meinem Nonsens-Humor, benötigt daher anderthalb Sekunden, ihn zu verarbeiten.
Mein gepeinigtes Aufstöhnen bringt sie von ihrem Vorhaben ab und sie beeilt sich, mich rasch wieder hinzusetzen. „Scheiße, ich hab mir den verfickten Knöchel geknackst“, wettere ich los und mache mich auf den schlimmsten besten Tag meines Lebens gefasst. […] Weiterlesen

Kafka in der Acht

„Sie sollten wirklich ein Deodorant verwenden“, wettert der Mann im Anzug, den ich zuvor „Pinguin“ getauft habe, den Hispter, Typ „vierzigjähriger Pseudoaussteiger“ an, der aus mysteriös bleibenden Gründen einen einzelnen Ski hält. Dieser brummt ein halbwegs salonfähiges Schimpfort und steigt, gefolgt von dem vermeintlichen Südpolbewohner, schirmlos in den Wolkenbruch aus. Ja, es ist ein ständiges Ein und Aus in meiner Acht. Was die Acht ist? Eine Straßenbahn-Linie, selbstverständlich, was sollte sie sonst sein, ein Zeppelin? Sie verbindet das langsam aufstrebende, quasi prä-gentrifizierte Wohnquartier auf der falschen Seite der Geleise, wo wir jetzt halten, mit dem Rotlicht- und Hipster-Viertel, dem Bankenplatz und zu guter Letzt dem See. Zumindest spätabends, tagsüber fährt sie weiter in die sonnigen Hügel über der Stadt, die mich kein Bisschen […] Weiterlesen

Ende Gelände

Mit einem außerordentlich dramatischen Seufzen sah er sich im Rangun International Airport um und wischte sich mit seinem braungebrannten Unterarm über die Stirn. Er fragte sich, ob es nicht besser gewesen wäre, während der Regenzeit nach Myanmar zu reisen, denn die Hitze war beinahe unerträglich. Doch das wäre nicht mehr lange wichtig, in weniger als einer Stunde würde er in einem klimatisierten Airbus sitzen, die Beine strecken und darauf warten können, die Trümmer des Desasters zusammenzusuchen. Alles, was er dabei hatte, war das Ticket für seinen Rückflug und eine beinahe leere Brieftasche.
Es war nicht einmal ein halbes Jahr her, als er am Schiffsbug des alten Frachters an der Reling gestanden hatte, den frischen Meerwind im Gesicht. Vor ihm war ein neues Leben […] Weiterlesen

Countdown

Als wir nach unserem Sonntagsbrunch und einer übertrieben hitzigen Diskussion über das Für und Wieder des neuen Ortsschild-Designs, das Panoramarestaurant verlassen lausche ich, wie das gleichmäßige Raunen Frühstücksgesellschaft nach und nach verblasst. Du gehst ein kleines Stück hinter mir, so dass ich meinen Kopf etwas weiter als üblich drehen muss, um sicher sein zu können, dass du mich hörst, währendem wir durch den puristisch dekorierten Flur zu den Aufzügen schlendern und uns über dieses oder jenes unterhalten. Die beiden Tagesausflügler vor uns, die es sich nicht nehmen lassen wollten, unsere herrliche Stadt von oben zu bestaunen, biegen mit großen Schritten zum WC ab und im Vorbeigehen vernehme ich das Echo ihres schallenden Gelächters, das durch die Toilettenräume hallt. Lässig schlägst du noch vor dem Portier […] Weiterlesen