Insgeheim

Rahel - resizedAutorin: Rahel
Titelvorgabe: Insgeheim

„Robert.“ Der Klang meines verhassten Namens schubst mich zu leicht aus der oberflächlichen Konzentration, mit welcher ich meine genauso oberflächliche Arbeit zu verrichten pflege. „Kommst du später mit zu Reeses?“ Darauf bedacht, keinerlei Nervosität zu zeigen, schiebe ich den halbherzig bearbeiteten Papierstapel vor mir beiseite, lege meinen Stift hin und erwidere: „Naja, weisst du, Norbert …“ Ich lasse ihn eine Weile schmoren, nicht weil ich ihn unbedingt schmoren sehen möchte, sondern weil mein vermaledeites Hirn wie üblich zu langsam arbeitet. „Robert, nein!“, rügt er mich lange vor dem befürchteten Vergehen, ich könnte mich neuerlich um das obligate Feierabendbier Weiterlesen

Zweimal (fast) dasselbe

RahelAutorin: Rahel
Setting: Bahnhof
Clues: Fahrkarte, Bahnsteig, Verspätung, Zombie, Rehgipswand

Hannahs Tag hatte um halb fünf begonnen und sollte noch lange nicht enden. Den kurzen Weg vom Büro zum weitläufigen Bahnhofgebäude überwand sie trotz ihren hohen Absätzen in nur wenigen Minuten und kaum trat sie in die Halle, sah sie schon die rote Anzeige, die auf der Abfahrtstafel hinter ihrer Verbindung prangte.
„Mist, schon wieder!“, murmelte Hanna, frustriert über die neuerliche Verspätung und grub ihr Kinn tief in ihren Übergangsschal. Unschlüssig blieb sie nahe dem Eingang stehen und Weiterlesen

Polygonanimus Singularität

RahelAutorin: Rahel
Setting: Siebenundzwanzigstes Geschoss
Clues: Gepäckwagen, Kassensoftware, Harass, Belästigung, Regionalbahn
Diese Story ist auch als Podcast-Episode erschienen.

Es war nach einem milden Winter wärmer geworden und ich konnte den Strassenlärm durch die geöffnete Balkontür hören. Hier im siebenundzwanzigsten Geschoss vermischte sich der Klang der vorbeieilenden Autos, Lastwagen und der Regionalbahn zu einem pochende Rauschen, das ich in der Vergangenheit immer gerne mit dem Puls der Stadt verglichen hatte. Doch natürlich war diese Vorstellung nichts weiter als einer meiner kläglichen Versuche, die hastige Gleichgültigkeit der Welt in der ich lebte zu romantisieren. Weiterlesen