Meine Streifen sind (nicht) heilig

Die morgendlichen Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg durch die Wolkendecke, zauberten flackernde, wirbelnde Lichtpunkte in die staubige Stallluft. Zina das Zebra schnaubte verschlafen und schüttelte sich dann ausgiebig, ehe sie ihre schwarzen Nüstern aus dem Fenster rekte. Sie war erst wenige Tage hier, hatte allerdings bereits gelernt, dass sie am Morgen meist die erste war, die dem Träumen überdrüssig wurde. Die anderen Bewohner dieses ihr fremden Ortes schlummerten lieber länger, was Zina dem Zebra nichts ausmachte, immerhin konnte sie dadurch einige ruhige Minuten verbringen. Der Mann, der sie im Zirkus abgeholt hatte, erzählte ihr auf dem Weg zum Trailer, er brächte sie an einen wundervollen Flecken der Erde, wo es keine Sorgen gäbe, auf einen Gnadenhof. Zina das Zebra hatte schon als Fohlen Gerüchte darüber gehört, […] Weiterlesen

Road Trip | Links dahinter, stets mit Abstand

Dies ist der 2. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Road Trip“.

Irgend so ein Hipster-Arschloch hat Hüttenkäse in mein Eiersalat-Sandwich geschmuggelt! Ich bin so in Rage, muss mich erstmal beruhigen, gleich bersten meine Neuronen! Du weißt, von was ich spreche, oder? Auf meinen Reisen haben sich mir Abgründe aufgetan, die ganze Familien verschlagen, ich habe menschliche Überreste gesehen, die an ein Fünfhundert-Teile-Puzzle erinnerten, nur, nichts ist so schlimm wie Hipster! Ich hasse sie mit jeder Faser meines Seins. Jetzt wollen diese Alles-Ironisch-Nenner sogar meiner Wenigkeit solche Abscheulichkeiten wie Hüttenkäse unterjubeln!

Du wunderst dich sicher, was ich seit unserem letzten Gespräch (oder war es ein […] Weiterlesen

Road Trip | Nachwuchs der anderen Art

Dies ist der 1. Teil der Fortsetzungsgeschichte „Road Trip“.

Dies ist unsere Geschichte, oder besser, meine Geschichte, denn du bist abwesend. Nun ja, gewissermaßen, ich ahne, du bist da draußen, musst es sein. Irgendwo. Offen gestanden zögere ich, bin überfordert damit, wo ich anfangen soll, wieso ich dir das eigentlich erzähle, doch ich brauche ein Publikum, kann die Einsamkeit nicht mehr ertragen. Unzählige Jahre liegen zwischen uns, unzählige Meilen hinter mir. Naja, wird schon schiefgehen, ich blamiere mich lediglich vor jemandem, der mir nicht zuhört.

Ich wusste, was käme, hatte es bereits lange gewusst. An einer längst vergessenen Stelle […] Weiterlesen