Wenn der eine schießt und der andere jagt, fällt die dritte

Im Gegensatz zu ihrem Verlobten war An kein abergläubischer Mensch, sie hatte sich allerdings vorgenommen, sich ihm zuliebe mehr auf seine Interessen einzulassen. Immerhin bemühte er sich stets, begleitete sie regelmäßig ins Fitnessstudio und übernahm den größeren Teil des Haushalts, damit sie Zeit für ihre LetsPlay-Videos hatte.
„Siehst du, dort hinten sind Teile des alten Tower House“, flüsterte Ben aufgeregt und erklärte zum wiederholten Mal: „Das exakte Gründungsdatum von Leap Castle ist ungeklärt. Einige glauben, das Tower House sei schon im zwölften Jahrhundert errichtet worden, andere datieren es später, vierzehntes bis sechzehntes Jahrhundert.“
„Aha“, brummte An, mit dem Blick in die Ferne schweifend. „Für das sind diese Holzpfähle da?“ Sie stellte hin und wieder Fragen wie diese, Fragen, auf die sie eigentlich gar keine […] Weiterlesen

S07E05 | Von Klugscheißerei und Größenwahn

Wir möchten euch herzlich zur fünften Episode der siebten Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Von Klugscheißerei und Größenwahn“ von Rahel und ist Teil des Halloween Horror Monats. Zombies muss man mit harter Intoleranz und einer Portion Grössenwahn begegnen. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Intoleranz, Gleiter, Dekonstruktion, Suchkopfrakete“ und „Kuscheln“ vertextet und sie spielt am Setting „Staudamm“. Der Sprecher dieser Episode ist chunkie. Diese Geschichte spielt in einem erweiterten Universum von Rahel. […] Weiterlesen

Von Klugscheißerei und Größenwahn

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.
Diese Geschichte spielt im erweiterten Universum „Nach Hause“.

„Ich dachte du hast keine Höhenangst.“ Andreas Ungeduld war ihm deutlich anzuhören.
„Stimmt ja, ich bin nur nicht schwindelfrei“, gab seine beste Freundin zurück und schob ängstlich einen ihrer Turnschuhe nach vorne. „Und jetzt hör gefälligst auf mit den Augen zu rollen.“
„Ich rolle nie mit den Augen“, protestierte der junge Mann augenrollend.
„Natürlich tust du das. Ich kenne dich, schon vergessen?“ Er hasste es, wenn sie ihm das unter die Nase rieb, gleichwohl hatte sie recht damit. Sie kannten sich schon so lange, […] Weiterlesen

Auf der Mauer, auf der Lauer – das postikonische Vampirtagebuch

Eigentlich hätten wir uns kaum bewegen, sicherlich nicht sprechen dürfen, doch es fiel mir unglaublich schwer. Das hier war spannender als jeder Krimi, den man für fünf Euro in der Wühlkiste fand, der wohl einzige Lesestoff, mit dem ich mir die Zeit vertrieb. Die Friedhofsmauer, auf der wir ausgestreckt und miteinander zugewandten Gesichtern lagen, war kalt, immerhin war es schon fast Halloween. Ich ergriff seine eisigen Hände, sah tief in seine wundersam blauen Augen, in denen ich mich sowas von komplett verlieren könnte … Ich war verliebt, mit Leib und Seele. Wieso nur konnte ich dieses intensive Blau im Zwielicht so gut erspähen, nachts auf dem alten Friedhof, wo Nebel über die schräg stehenden Grabsteine waberte, ein Käuzchen auf den scherenschnittartigen Ästen saß und sich der zerfallende Kirchturm gegen die vom Mond erhellten Wolken abzeichnete? […] Weiterlesen