Ruhestandsgärtnerei

Das Handy klingelte, Alex brummte erschöpft und legte die Gabel beiseite. Seine Mutter hatte seit jeher die Angewohnheit, ihn zu stören, wenn er vor dem Abendessen saß. Gestern Abend war sie von ihrer Kreuzfahrt mit Tante Olga heimgekommen, hatte also bestimmt viel zu erzählen. In Erwartung eines mehrstündigen Gesprächs, zögerte er einige Sekunden, ehe er sich erhob und zur Kommode mit der Ladestation ging.
„Hey, Mum. Wie war die Reis…“
„Alex, komm schnell! Pa ist vollends übergeschnappt“, zischte sie […] Weiterlesen

S11E14 | Halloween-Special | Durch die Gläser eines Mörders

Wir möchten euch herzlich zur vierzehnten Episode der elften Staffel des Hörgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüßen. Sie basiert auf der Story „Durch die Gläser eines Mörders“ von Rahel. Es gibt Sichtweisen, die nur durch die richtigen Gläser zu verstehen sind. Warnung: Diese Hörgeschichte könnte auf einige Hörer beunruhigend wirken. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Schlierenlandschaft, Gras, Gedanken, Scheißdreck“ und „Fenster“ vertextet und sie spielt am Setting „Verhörraum“. Der Sprecher dieser Episode ist Simon Kannengießer. […] Weiterlesen

Halloween-Special | Durch die Gläser eines Mörders

Diese Story ist auch als Hörgeschichte erschienen.

Seit ich meine Brille abgeholt habe, konnte ich der Aussicht vor dem Fenster nicht wiederstehen. Die Gebüsche, welche wenig zuvor kaum mehr als grünliche Flecken gewesen waren, bestanden aus Milliarden von Blättern. Jedenfalls schien mir das so, die Details der Natur waren mir nämlich völlig fremdartig und da hielt ich eine kleine Übertreibung für angebracht. Der Optiker hatte zuerst freundlich geschmunzelt, dann entwischte ihm ein spitzes Kichern, nachdem er meine Sehwerte begutachtet hatte. Wie mir eine derartige Einschränkung erst jetzt hatte auffallen können, wunderte er sich laut, schaute mich eindringlich an und schnaufte schlussendlich ernst: „Sie werten die Welt neu kennenlernen.“ Er sollte Recht behalten. Es […] Weiterlesen

Züri-Gschnätzlets

Ab und zu stellte sich Sasha die Frage, wie viele Nächte er seinem Job noch nachgehen konnte, ehe er sein Ende fände. Angebrachte Gedanken für diese stürmische Herbstnacht, in der er auf dem Fahrersitz des schwarzen Geländewagens saß, der mit unauffälliger Geschwindigkeit durch die Lagerstraße rollte. Der Wind blies einige gelbe Blätter gegen die Windschutzscheibe, die sogleich vom Scheibenwischer weggeschoben wurden, während der Mittvierziger kurz routiniert die Ladung seiner Pistole prüfte. Es war bereits drei Jahre her, seit der gebürtige Berliner in diese Stadt, die sich selbst als kleinste Metropole der Welt bezeichnete, gekommen war. Nie hätte er damals gedacht, wie schnell er sich hier heimisch fühlen könnte, obgleich es einige Dinge gab, die er lernen musste: Die lokale Droge war Kokain, gar die schäbigen Ecken sauber geputzt und die […] Weiterlesen