Das Mädchen, das des Wartens überdrüssig wurde

„Sie ist brillant, nicht wahr?”, fragt er mich ohne eine Antwort zu erwarten, dreht sich einmal mit ausgestreckten Armen um die eigene Achse und murmelt: „So sexy!“
Da ist etwas Kindisches in seinen Augen, doch die Trauer vermag es nicht zu überstrahlen. Wann immer er meine Aufmerksamkeit nicht auf sich gerichtet glaubt, schimmert sie in Farben, die ich nicht kenne und doch scheint sie mir vertraut; die Trauer, die man in wenigen Augenblicken sammelt und die Jahrhunderte anhält.
„Grösser als ich mir vorgestellt habe“, flüstere ich meinem Charakter entsprechend, obschon mir heute nicht danach zumute ist. Etwas hindert mich daran zu vergessen, wer ich bin, was ich erlebt habe. Hier drin ist die Befreiung in vollem Gange und ich reise mit dem Mann ohne Alter und Verdruss durch Zeit und Raum. Im wahren Leben jedoch bin ich […] Weiterlesen