Allein für mich

Rahel - resizedAutorin: Rahel
Setting: Unter dem Esszimmertisch
Clues: Abschminktücher, Gummiente, Miniaturstatur, Epilepsie, Duftkerze

Unter dem Esszimmertisch sitzend betrachte ich die Duftkerze auf der gegenüberliegenden Kommode. Das Flämmchen wackelt ein wenig, dann heftiger, danach pendelt es sich wieder ein, züngelt gemütlich vor sich hin, als hätte die Erde eben nicht gezittert. Ich hasse Erdbeben, so richtig und mit Leidenschaft, gleichwohl bin ich nach San Francisco gezogen, der Liebe wegen, wie ich behaupte. In Wahrheit war mir die entfernte Liebe gerade richtig gekommen, daher blieb mein Optimismus ungetrübt, als sie nach kurzem Glück spektakulär zerbrach. Durch sie habe Weiterlesen

S04E24 | Vergiss das nie

Wir möchten euch herzlich zur vierundzwanzigsten Episode der vierten Staffel des Kurzgeschichten-Podcasts Clue Cast begrüssen. Sie basiert auf der Story „Vergiss das nie“ von Rahel. Selbst an den dunkelsten Tagen bleibt die Möglichkeit auf Glück. In dieser Geschichte wurden die vorgegebenen Clues „Osmose, Propeller, Kirgistan, Autobus“ und „Schuhgrösse“ vertextet und sie spielt am Setting „Wohnküche“. Die Sprecherin dieser Episode ist Annika Gamerad. […] Ganze Episodenbeschreibung

Vergiss das nie

RahelAutorin: Rahel
Setting: Wohnküche
Clues: Osmose, Propeller, Kirgistan, Autobus, Schuhgrösse
Diese Story ist auch als Podcast-Episode erschienen.

„Ich fasse es einfach nicht“, begann Darren mit dem fassungslosen Gesichtsausdruck eines Jungen, der gerade herausgefunden hatte, dass seine Freundin mit jemand anderen auf den Abschlussball gehen würde. „All die Jahre waren wir reich und ich habe nicht mal eine verfluchte Playstation bekommen?“ Caleb und ich sahen unseren Bruder nur etwas verwirrt an und zuckten simultan zusammen, als April ihm heftig gegens Schienbein kickte. Weiterlesen

Dem Krieg vergeben

RahelAutorin: Rahel
Setting: Sarajevo
Clues: Klasse, Ackerbau, Kraftwerk, Baumschule, Organ

Es war ihm Jahr 2008, als ich, noch euphorisch von der grossen Veränderung, meine Heimat verliess und die Welt bereiste. Zu meinem Erstaunen hatte es mir keine grosse Mühe bereitet, meinen Vater von der Idee zu überzeugen, meine Assistenzarztzeit um einige Monate in die Zukunft zu verschieben; er hatte sogleich seinen Sekretär – ein in die Jahre gekommener Herr, der seit der Firmengründung im Büro des Kraftwerks arbeitete – damit beauftragt, sich um die Reiseformalitäten zu kümmern. Doch seine Vorstellung wich stark von meiner ab. Während er in meinem Vorhaben die Weiterlesen