Fan-Bonus | Die Geschichte von Müllers Sporttasche

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Pavillon neben dem Hintereingang des Schuldgeländes, unter den Schülern als „Kifferecke“ bekannt. Viertel nach vier Uhr nachmittags. Zwei Jugendliche haben sich auf dem einzigen Sitzbank niedergelassen und unterhalten sich über die heutige Biologieprüfung. Ein dritter Bursche gesellt sich dazu, wirft eine prall gefüllte Sporttasche vor dem Geländer an den Boden und setzt sich.

[passster password=“rE498-4721dsf“]Müller: Müde. „Hey, ihr Säcke. Läuft’s?“
Bäcker: „Geht. Bei dir?“
Müller: Gähnt. „Jo. Was schwurbelt ihr?“
Schneider: „Bio Prüfung. War scheiße, findest du nicht auch?“
Müller: „Völlig scheiße. Hab wohl verkackt.“
Bäcker: Beugt sich vor, um Müller besser sehen zu können. „Laber nicht so ein Dreck. Du bist der Klassenbeste in Bio.“
Müller: „Nützt nur nichts. Hatte keine Ahnung, was der von uns wollte.“
Bäcker: Aufgebracht. „Schau, wenn sogar der Müller keinen Plan hat, wie sollen wir da eine Chance haben. Wir müssen reklamieren!“
Schneider: Zieht eine Augenbraue hoch, gluckst anschließend. „Reklamieren? Na klar, du Opa, wir gehen morgen zum Lehrer und“, äfft seinen Kumpanen nach reklamieren‘ seine Prüfung. Kommt bestimmt gut.“
Müller: reibt sich über die Augen. „Vergiss es.“
Schneider: „Ich weiß, bin doch nicht so ein Vollidiot wie Bäcker.“
Bäcker: Seufzt genervt. „‘nen Fünferschnitt in Bio, aber ich bin der Vollidiot?“
Schneider: Winkt ab, deutet auf Müllers Sporttasche. „Was hast’n da?“
Müller: „Zeug.“
Schneider: Gespielt überrascht. „Ach, echt?“
Bäcker: „Is‘ da nicht per Zufall ein Brötchen drin? Hab scheiße Hunger.“
Schneider: Amüsiert. „Hey, Müller, der Bäcker will ‘n Brötchen von dir.“
Müller: Lässt sich anstacheln. „Sorry, Junge. Kann dir bloß was Mehl ausgeben, backen musst du selber.“
Bäcker: Seufzt erneut genervt. „Die Scheiße schon wieder?“
Schneider: Lacht laut. „Los, ab mit dir in die Backstube!“
Bäcker: „Wenn ich dir was backen soll, kostet dich das dein letztes Hemd, Schneider.“
Müller: Überrascht, begeistert. „Ah-ha, jetzt macht er mit, Schneider, hast du gehört? Dein letztes Hemd.“
Schneider: „Yeah, wir haben’s geschafft, ihn auf unser Niveau zu ziehen.“ Klatscht mit Müller ein.
Bäcker: Grunzt resigniert und steht auf. „Ihr seid sowas von peinlich!“
Schneider: Grölend. „Oh, pass auf, mit dem Bäcker ist nicht gut Brötchen essen.“
Müller: „Das sind Kirschen.“
Schneider: „Wie?“
Müller: „Das heißt ‚nicht gut Kirschen essen‘. Brötchen haben damit nichts zu tun.“
Schneider: Zuckt mit den Schultern. „Kirschen, Brötchen, ist doch einerlei.“
Bäcker: „Gib’s auf, Müller, dem ist nicht zu helfen.“ Setzt sich wieder, diesmal neben Müller.
Müller: „Jup.“
Schneider: „Was?“
Müller: „Nichts.“
Bäcker: Kichernd. „Gar nichts.“ Wechselt rasch das Thema, als Schneider ihn böse ansieht. „Was ist in der Sporttasche?“
Müller: „Sagte ich, Zeug.“
Bäcker: „Was für Zeug?“
Schneider: Funkelt Bäcker böse an, lässt sich dann aber auf das neue Thema ein. „Ja, was für Zeug? Sportsachen werden’s kaum sein.“

Der Gärtner schlendert vorbei. Er trägt eine Säge sowie einen großen mit Astabschnitten gefüllten Jutesack bei sich. Müller entspannt sich sichtlich und lächelt dem älteren Herrn zu.

Müller: „Guten Tag, viel zu tun?“
Gärtner: Brummend, gleichgültig. „M-hm. Geht nach Hause.“ Zieht weiter und verschwindet hinter der Turnhalle.
Müller: „Aufwiedersehen.“
Schneider: Fies grienend. „Müller. Müller, was für Zeug?“
Müller: Leicht nervös. „Zeug halt. So Zeug für …“ Wird nervöser. „So Zeug für meine Mum.“
Bäcker: Nun tatsächlich interessiert. „Ey, ich back dir ein Brötchen, wenn ich reinschauen darf.“
Schneider: „Ich näh dir ‘ne Unterhose.“
Bäcker: Nachdenklich. „Vielleicht ist die Tasche voller Unterhosen.“
Schneider: „Für die Mum?“ Verzieht das Gesicht. „Iiiih, Müller, trägst du die Unterwäsche deiner Mutter durch die Gegend?!“
Müller: Verwirrt. „Was? Nein!“
Bäcker: Langt hinter Müllers Rücken zu Schneider und stupst diesen grinsend an. „Was schlimmeres? Ihre ungewaschene Unterwäsche?“
Schneider: „Iiiiih!“
Müller: Irritiert und verärgert. „Nein! Sagt mal, spinnt ihr, wie kommt ihr auf so’n Scheiße?!“
Bäcker: Lapidar. „Wenn du uns die Geschichte von Müllers Sporttasche nicht erzählen willst, erfinden wir halt was, ob dir das pass…“
Schneider: Fällt ihm ins Wort. „Ist es ihr Sexspielzeug?“
Müller: Springt auf. „Ihr seid bekloppt! Haltet alle beide die Fresse!“
Schneider: Ruhig und bedacht zu Bäcker. „Dann sind’s Drogen.“
Bäcker: „Eindeutig.“
Müller: „Bitte?!“
Schneider: „Natürlich, das erklärt alles, auch, weshalb du die Prüfung verbockt hast.“
Müller: Läuft aufgebracht hin und her.
Schneider: „Alles gut, Müller, alles gut. Wir machen gemeinsame Sache. Du mahlst das Gras, Bäcker backt draus Cakes und ich näh euch ‘ne weiße Weste, nachdem wir das Zeug vertickt haben.“
Bäcker: Prustet ungehalten und klatscht. „Machen wir, Alter, machen wir. Bring mir den Stoff morgen in die Backstube.“

Müller dreht sich um und will seine Kumpel gerade anschreien, da klopft ein Polizist an einen der Pavillonpfeiler. Auf seiner Uniform ist der Name ‚Metzger‘ aufgestickt. Die drei Jugendlichen glotzen ihn verdutzt an, grüßen ihn allerdings freundlich. Müller schiebt seine Sporttasche mit dem Fuß unter die Bank, was vom Polizisten zur Kenntnis genommen wird.

Metzger: Nähert sich langsam und betont gelassen. „Jungs, wie geht’s euch?“
Müller: Schmunzelt verunsichert. „Hier ist alles in bester Ordnung …“ Pausiert, knetet nach Worten suchend an seinen Fingern herum. „Ähm, Sir.“
Metzger: Bedacht. „Ich muss kurz in die Tasche sehen.“
Müller: „Was? Wieso?“
Schneider: „Oha.“
Bäcker: Unterdrückt ein Lachen. „Ooooh.“
Metzger: Deutet auf die Sporttasche. „Bitte.“
Müller: Ängstlich, stotternd. „Dü… Dürfen Sie … Dürfen Sie das?“
Bäcker:  An Schneider gewandt. „Darf er?“
Schneider: Fragender Ausdruck.
Metzger: „Jungs, ihr haltet euch an einem stadtbekannten Drogenumschlagplatz auf und redet darüber, Drogen in Form von Kuchen zu verkaufen. Also ja, ich darf das.“ Deutet abermals auf die Tasche. „Die Tasche, bitte.“
Müller: Beginnt zu schwitzen, zögert, sieht wie Metzger ihn ungeduldig anstarrt und zieht schließlich die Tasche unter dem Bank hervor. „Hier. Soll ich sie aufmachen?“
Metzger: Versöhnlicher. „Gerne.“

Müller zittert, als er den Reißverschluss aufzieht. Er hält inne, beäugt erst Metzger, dann seine Freunde, anschließend wieder Metzger, der in eindringlich beobachtet. Mit einem kurzen Ruck öffnet er die letzten Zentimeter des Verschlusses und tritt von der Tasche weg. Metzger geht in die Hocke und beginnt, im Gepäckstück zu wühlen.

Metzger: „Ah. Okay.“
Müller: Tippelt von einem Fuß auf den anderen. „Nichts Illegales drin, gar nichts.“
Müller: „M-hm.“ Kramt weiter.
Müller: „Wirklich nichts. Ehrlich.“
Bäcker: Lehnt sich vor, um in die Tasche zu schmulen.
Schneider: Tut es ihm gleich.
Müller: Stellt sich vor die beiden anderen, um ihnen die Sicht zu versperren.
Metzger: Zeiht ein schwarzes Bündel aus der Tasche. „Was ist das?“
Müller: Beinahe hysterisch. „Nichts Illegales, ich schwör’s!“
Metzger: Zupft am Bündel und klappt eine Ecke um. „Ach …“ Errötet, hüstelt betreten. „Ähm, das ist … Ist das deins?“
Müller: Lässt den Kopf hängen und atmet aus. „Ja.“
Metzger: Räuspert sich mehrfach, steckt das Bündel rasch zurück in die Sporttasche und zieht den Reißverschluss zu. „Aha. Ähm, tja. Gut. Mmmmh.“ Kratzt sich den Dreitagebart und erhebt sich. „Nun. Weitermachen.“

Metzger geht hektisch ab, offensichtlich schockiert vom Inhalt des schwarzen Bündels. Dieser schultert sein Gepäck und hüpft damit aus der Kifferecke, bevor einer seiner Freunde sich die Tasche schnappen kann.

Müller: Mit hoher, panischer Stimme. „Tschüss.“ Rennt los.
Schneider: „He!“ Springt hoch.
Bäcker: „Scheiße, Alter. Was soll das?!“
Müller: Aus der Ferne. „Bis morgen.“ Verlässt eilig das Areal.
Schneider: Verblüfft. „Was war denn das?!“
Bäcker: Enttäuscht. „Und was ist jetzt mit der Geschichte von Müllers Sporttasche?“
Schneider: „Bezweifle, dass der Kerl damit rausrückt.“
Bäcker: „Shit, so endet doch keine Geschichte. Das ist Mist!“
Schneider: Verwirft stumm die Hände.
Bäcker: „Glaubst du, er hat da Brötchen drin?“
Schneider: Klatscht sich mit der Handfläche an die Stirn.

Autorin: Rahel
Setting: Kifferecke
Clues: Müller, Bäcker, Schneider, Metzger, Gärtner
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