Fan-Bonus | Hundekot und Leichenteile

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Jack kratzte sich an der Nase und sah sich im herbstlichen Wald um. „Sag mal, wo sind wir? In der Dämmerung sieht man ja nix mehr.“
„Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal …“
„Halt die Fresse!“, unterbrach Jack seinen Kameraden, was Jesse ein [passster password=“rE498-4721dsf“]indigniertes Stöhnen entlockte. „Dein Gejammer ist ja nicht auszuhalten, du Heulboje!“
„Das sagst du mir“, gab Jesse sogleich zurück, ohne seinen Blick von Jimmy, dem Jack-Russell-Terrier, abzuwenden, der sich die beste Mühe gab, seinen Darm zu entleeren. „Sag mal“, wechselte Jesse das Thema, wieso kippen eigentlich Hunde beim Kacken nicht um?“
„Was?“ Entgeistert starrte Jack in die Dunkelheit. „Wieso sollten Hunde beim Kacken umkippen?“
„Na, weil sie die Vorder- und Hinterbeine so nahe beieinanderhaben. Sieht eher aus wie eine Wippe als wie ein Hund, wenn du mich fragst. Plus, wenn dann auf der einen Seite die Kackwurst rauskommt, verlagert sich ja der Schwerpunkt und …“
„Nein, nein, nein“, setzte Jack der Diskussion mit seinem Tunichtgut-Bruder ein vorzeitiges Ende. „Wir lassen kackende Hunde ruhen, klar?“
„Okay, okay“, brummte Jesse. „Wär aber ein interessantes Thema gewesen.“
„Du solltest weniger kiffen, Mann. Immerhin bist du bald vierzig, du solltest den Rasen mähen und Laub aus der Dachrinne pulen.“
„Och, halt die Klappe.“
Jimmy verkündete mit einem freudigen Bellen, dass die Darmentleerung erfolgreich war und Jack kramte in seiner Jackentasche nach einem Kotbeutel. „Shit, hab keine mehr, die Kackbeutelrolle beim letzten Hundeklo war leer.“
„Tja, dann bleibt es halt liegen. Arsche zu Arsche, Scheiße zu Scheiße.“
„Du bist die wandelnde Definition von einem Trottel“, wetterte Jack. „Scheiße klingt nicht mal annähernd wie Staub.“
Jimmy ignorierte die Diskussion seines Herrchens mit Onkel Jesse, denn die Spur, die er gewittert hatte, war gerade interessanter. Voller Elan zischte der Terrier durchs Unterholz davon, was Jesse zum Ausruf brachte: „Hey, dein Hund hat nen Dachschaden!“
Jack stöhnte. „Ausgerechnet jetzt, wo ich nix sehe.“
Trotz der Wirkung seines Joints war Jesse bedeutend schneller, denn nach kurzer Zeit rief er aus dem Dickicht: „Hier hinten!“
„Nein, vergiss es, ich geh jetzt nicht ins Unterholz.“
„Du verdammter Neinsager, beweg deinen Arsch“, hallte es aus dem Wald. „Das hier ist wichtig.“
„Verfluchte Kacke, auch das noch.“ Entnervt folgte Jack dem Kameraden durchs Gebüsch, wobei ihm Spinnweben im Gesicht kleben blieben. Spuckend und fluchend langte er bei Jesse an – und erstarrte. Im kalten Lichtkegel von Jesses Taschenlampe bot sich ein grausiges Bild: Eine Fichte war wohl beim letzten Sturm umgekippt und hatte dabei das Erdreich weitläufig freigelegt. Am Rand des so entstandenen Lochs war ein menschliches Skelett zum Vorschein gekommen, neben dem ein Rucksack lag. Betreten starrte Jack auf die Szene und murmelte: „Das ist nicht gut.“
„Ja, ich finde auch“, stimmte Jesse zu, der in die Mulde gekrabbelt war. „Ich frage mich, ob irgendwas im Rucksack ist, das …“
„Halt, lass das“, zischte Jack beunruhigt. „Du könntest Spuren vernichten und dann würden dir die Cops ernsthaft Probleme bereiten.“
Jesse brach in Gelächter aus, machte aber einen Schritt zurück.
„Was ist so verdammt witzig?“, fuhr Jack ihn an. „Da liegt eine Leiche.“
„Mister CSI“, gluckste Jesse derweil. „Das ist dein großer Fall, endlich musst du dir keine Krimiserien mehr ansehen.“
„Sag mal, geht’s dir eigentlich noch gut, Mann? Verschwinden wir von hier, bevor uns jemand für die Mörder hält!“
„Machst du Witze?“, kicherte Jesse. „Die Leiche ist viel zu alt, das sind nur noch Knochen, nur der Rucksack sieht noch gut …“ Er hatte mit seiner Taschenlampe auf das Gepäckstück gezündet und erstarrte. „Du, Jack, sag mal … ist das nicht Janets Rucksack?“
Schweigend musterten die beiden Männer das Gepäckstück, mit dem ihre große Schwester vor zehn Jahren spurlos verschwunden war.
„Shit“, stieß Jesse hervor. „Es ist Janet.“ Fahrig kramte er das Handy aus seiner Jackentasche und begann, die 911 zu wählen.
„Warte mal“, unterbrach Jack ihn. „Denkst du, das ist eine gute Idee?“
„Verdammt, Mann, es ist Janet!“, schrie Jesse ihn an. „Wir brauchen die Cops!“
„Du bist bekifft, schon das wird dich in Probleme bringen. Und außerdem sind wir ihre nächsten Angehörigen, also sowieso verdächtig, ich will nicht tagelang in Untersuchungshaft sitzen.“
„Aber es ist Janet“, wiederholte Jesse. „Wir müssen was tun!“ Damit wählte er fahrig weiter und musste mehrmals seine Eingabe korrigieren. Ehe er den grünen Telefonhörer antippen konnte, traf ihn der schwere Stein in Jacks Hand am Hinterkopf. Ein Splittern war zu hören und Jack kam es vor, als kippte Jesse in Zeitlupe neben seine Schwester in das Loch. Die Taschenlampe fiel zu Boden und zündete Jimmy ins Gesicht, sodass der Jack Russel die Augen zusammenkniff.
Für nahezu eine Minute stand Jack starr da, ehe er den Stein wegwarf und seufzte: „Jesse, du weißt doch, dass man erst die eigene Fußmatte kehren sollte.“
Irgendwie war Jack traurig, korrigierte sein Bruder das falsche Sprichwort nicht oder nahm es zum Anlass für eine unendliche Diskussion, nur, seine Freiheit war ihm lieber. „Nun denn“, brummte er, „jetzt darf ich zwei Leichen begraben. Immerhin Janine ist noch übrig, ich hoffe, sie mag Hundespaziergänge und Sprichworte.“ Ehe er sich auf den Heimweg machte, um die Schaufel zu holen, musste er noch etwas ganz Wichtiges erledigen. „Böser Jimmy, wir besuchen Janet nur, wenn wir alleine spazieren gehen!“

Autorin: Sarah
Setting: Hier hinten
Clues: Dachrinne, Heulboje, Kackbeutelrolle, Definition, Neinsager
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